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Glosse Politik : Arme Kinder

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kum. Wer wollte Franz Müntefering widersprechen, wenn er Eltern, die in Armut leben, nicht nur Geld, sondern "konkrete Hilfe" für die Kinder geben will? Also Gutscheine für die Kindertagesstätte, Frühstück im Kindergarten und das Mittagessen in der Ganztagsschule.

          kum. Wer wollte Franz Müntefering widersprechen, wenn er Eltern, die in Armut leben, nicht nur Geld, sondern "konkrete Hilfe" für die Kinder geben will? Also Gutscheine für die Kindertagesstätte, Frühstück im Kindergarten und das Mittagessen in der Ganztagsschule. Die konkrete Hilfe verändert allerdings auch den Alltag der Kinder, die Armut nur aus dem Märchenbuch kennen. Und das gilt immer noch für die Mehrheit der Familien in Deutschland. Müssen sie zusehen, wie ihre Kinder aushäusig immer intensiver und zugunsten einer kleinen Minderheit so verlockend betreut werden, dass das Familienleben schleichend ausgehöhlt wird? Angesichts der skandalösen Tatsache, dass Tausende von Kindern im wohlhabenden Deutschland von Eltern erzogen werden, die manchmal nicht wissen, wann sie wieder etwas zum Essen kaufen können, führt daran wohl kein Weg vorbei. Vielleicht kommt wieder die Zeit, in der Schulspeisungen überflüssig werden. Aber das kann dauern in einem Land, in dem Kinder nicht nur deshalb arm aufwachsen, weil ihre Eltern versagt haben, sondern weil sie selbst die Ursache von Armut sind. So etwas Gruseliges findet man nicht einmal im Märchenbuch.

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