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Gipfelgespräch : Schröder zu Irak-Engagement unter Dach der UN bereit

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Bundeskanzler Gerhard Schröder hat die Bereitschaft Deutschlands betont, sich unter dem Dach der Vereinten Nationen am Wiederaufbau des Irak zu beteiligen. Es gebe "pragmatische Lösungen", die er aber nicht konkretisiert hat.

          Bundeskanzler Gerhard Schröder hat die Bereitschaft Deutschlands betont, sich unter dem Dach der Vereinten Nationen am Wiederaufbau des Irak zu beteiligen.

          Schröder hatte am Freitag im Rahmen des 1991 eingeführten Dialogforums „Weimarer Dreieck“ in Breslau den polnischen Präsidenten Aleksander Kwasniewski und dessen französischen Kollegen Jacques Chirac getroffen. Schröder sagte anschließend: „Wir haben deutlich gemacht, daß wir das, was wir tun können, unter dem Dach der Vereinten Nationen zu erfolgen hat, wenn es um Fragen des Wiederaufbaus geht.“

          Herausgehobene Rolle Polens

          Auch Chirac bekräftigte, daß den Vereinten Nationen eine zentrale Rolle beim Wiederaufbau zukommen müsse. Zugleich signalisierte er den Vereinigten Staaten Gesprächsbereitschaft hinsichtlich des amerikanischen Resolutionsentwurf zur Aufhebung der UN-Sanktionen gegen den Irak.

          Auch Polen, das sich aktiv am Krieg gegen den Irak beteiligt hatte, hat ein UN-Mandat zur Voraussetzung für seine Beteiligung an einer Irak-Friedenstruppe gemacht. Kwasniewski verteidigte Polens Entscheidung, eine herausgehobene Rolle zur Stabilisierung des Irak in der von den Vereinigten Staaten geführten Kriegskoalition zu übernehmen.

          Frankreich und Deutschland hatten sich entschieden gegen ein militärisches Vorgehen gegen den Irak ausgesprochen. Die Bundesregierung hatte sich jüngst auch skeptisch zu einem überraschend bekannt gewordenen polnischen Vorschlag geäußert, wonach deutsche, dänische und polnische Soldaten gemeinsam in einer der künftigen Zonen im Nachkriegs-Irak eine Friedenstruppe stellen sollten.

          Pragmatische Lösungen

          Schröder betonte, dass es trotz unterschiedlicher Standpunkte ein gemeinsames Interesse daran gebe, eine humanitäre Katastrophe im Irak zu verhindern. „Und deshalb helfen wir auch - Deutsche, Franzosen und sicher auch Polen - mit den Möglichkeiten, die wir haben, um den Menschen im Irak Leiden zu ersparen", sagte der Kanzler. Es gebe eine Reihe sehr pragmatischer Lösungen, die man ergreifen könne, was Fragen der Stabilisierung des Landes angehe, fügte Schröder hinzu.

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