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Kommentar : Führungsversagen in der Bundeswehr

Es bleibt eine besondere Herausforderung für die Streitkräfte eines Wohlfahrtsstaates mit Berufsarmee, Soldaten zu finden, die der Menschenwürde verpflichtet sind – und kämpfen können.

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          In ihrer Selbstdarstellung wirkt die Bundeswehr wie ein nachhaltiger Arbeitgeber, der diskriminierungsfreies Job-sharing bietet, das sich mit der Familienfront vereinbaren lässt – und das alles mit modernstem Gerät; nur die Arbeit vom Home-Office aus ist noch nicht durchgehend möglich. Da passen Rituale nicht ins Bild, die man eher aus Armeen autoritärer Staaten kennt. Jedenfalls offenbaren entblößende Vorführungen, die nichts mit dem Dienst zu tun haben, ein eklatantes Führungsversagen. Irgendwer hat diejenigen, die nun disziplinarisch gemaßregelt wurden, ja eingestellt und machen lassen.

          Es ist andererseits kein Zufall, dass Grenzüberschreitungen eher bei Spezialkräften als im Stabsdienst zu verzeichnen sind – das gilt auch für die Polizei. Manche Einheiten sind in besonderem Maße aufeinander angewiesen. Im Einsatz müssen sie an die Grenze gehen, und dahinter wartet mitunter der Tod. Es bleibt eine besondere Herausforderung für die Streitkräfte eines Wohlfahrtsstaates mit Berufsarmee, Soldaten zu finden, die der Menschenwürde verpflichtet sind – und kämpfen können.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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