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Ein Schild mit der Aufschrift „Deutsches Rotes Kreuz Suchdienst“: 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges klärt der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) noch immer Schicksale von Vermissten auf. Bild: dpa

Suchdienst des Roten Kreuzes : Detektivbüro für Schicksale

Das Deutsche Rote Kreuz hilft dabei, Vermisste aus dem Zweiten Weltkrieg zu finden. Nun hat es vor, die Arbeit einzustellen. Die Union will das verhindern.

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          Karl Wilhelm Ferdinand Graubaum, Gefreiter, Feldpostnummer 46.882, kam Ende 1944 ins Lager 62 nach Kiew. Die Winter waren sehr kalt und die Sommer sehr heiß. Bis zu 35.000 Gefangene lebten in dem Lager, hauptsächlich Männer. Sie wurden in Baracken untergebracht, arbeiten mussten sie in der Schuhfabrik, im Sägewerk oder der Ziegelei. Tausende starben an Mangelernährung und Erfrierungen. So auch Graubaum.

          Mona Jaeger

          Redakteurin in der Politik.

          Am 17. Januar 1945, Graubaum ist gerade 37 Jahre alt geworden, stirbt er an Dystrophie, also Hunger, und wird auf dem Lagerfriedhof in Puschtscha-Wodiza bei Kiew bestattet. Im Deutschen Reich, wo der Krieg zu Ende geht, bleiben Graubaums Frau und die drei Kinder alleine zurück. Von Kiew, dem Lager und dem Hunger wissen sie nichts, sie können es nur ahnen.

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