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Spanische Grippe und die 20er : Exzesse mit Zombies

Pandemie überstanden, Lebensfreude zurückgekehrt: In den Wilden Zwanzigern wurde auch an den Börsen viel gefeiert. Bild: Ullstein

Öfter hört man, unser Jahrzehnt könnte ähnlich werden wie die „Goldenen Zwanziger“. Auch damals hatte die Menschheit eine Pandemie hinter sich. Welche Spuren hat die Spanische Grippe in der Kultur hinterlassen?

          3 Min.

          Man hört dieser Tage immer wieder die These, unser Jahrzehnt könnte ähnlich aussehen wie die „Goldenen Zwanziger“ des vergangenen Jahrhunderts. Allen voran verkündete das Nicholas Christakis, ein amerikanischer Arzt und Soziologe an der Yale-Universität. In seinem Buch „Apollo’s Arrow“ hat er untersucht, wie das Coronavirus unser Leben beeinflusst. Für die Zeit nach der Pandemie prognostiziert er Exzess und freizügiges Nachtleben, so wie in den „Roaring Twenties“. Seine Begründung: Auch damals hatte die Menschheit mit der Spanischen Grippe gerade eine Pandemie hinter sich.

          Maria Wiesner
          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Doch sah das vor einem Jahrhundert tatsächlich so aus? Unser Bild der wilden Jahre ist geprägt von den Champagner-Partys in F. Scott Fitzgeralds „Der große Gatsby“, Josephine Bakers Bananenrock-Tänzen und Marlene Dietrichs rauchigem Gesang als Lola-Vamp in „Der blaue Engel“. Und glaubt man den zeitgenössischen Ausgaben des New Yorker Lifestyle-Magazins „Vanity Fair“, so musste man auf diesen wilden Partys abwägen, ob Haschisch oder Opium die Droge der Wahl sei, sah im neuen Massenmedium Film eine Gefahr für die Jugend und hasste den anstrengenden Büroalltag.

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