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Putin zum Zweiten Weltkrieg : Den Schandmäulern das Maul stopfen

Putin besucht am 18. Januar in Sankt Petersburg eine Ausstellung über den Zweiten Weltkrieg. Bild: AP

Kritik am Hitler-Stalin-Pakt ist unpatriotisch: Wer in Russland die Politik des Sowjetdiktators während des Kriegs kritisch darstellt, kann Schwierigkeiten bekommen. Wie es wirklich war, sagt der Präsident.

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          In immer schärferen Tönen schwört Wladimir Putin die Russen auf seine Sicht auf den Zweiten Weltkrieg ein. In seiner Rede zur Lage der Nation vorige Woche hatte Putin angekündigt, in Russland „den größten und umfassendsten Komplex von Archivdokumenten, Kino- und Fotomaterialien über den Zweiten Weltkrieg“ zu schaffen, um „die Wahrheit über den Sieg zu schützen“. Der 75. Jahrestag des Kriegsendes, der in Russland als „Tag des Sieges“ bezeichnet wird, soll am 9. Mai in Moskau mit zahlreichen ausländischen Gästen begangen werden.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Was den Weg in das von Putin angekündigte Archiv finden soll, ist unklar. Doch das Ziel der Operation konkretisierte Putin am Samstag: „Wir werden denen das Maul stopfen, die versuchen, die Geschichte zu verdrehen, sie in falschem Lichte wiederzugeben und die Rolle unserer Väter, unserer Großväter, unserer Helden herabzusetzen, die starben, als sie ihre Heimat und die praktisch ganze Welt vor der braunen Pest des Nazismus schützten“, sagte der Präsident. Diese Botschaft wiederholte Putin, „auch wenn es ein bisschen grob klingt“, mehrmals: „Das Schandmaul, das einige Politiker im Ausland nicht halten können“, werde man „mit wahrhaftiger, dokumentarischer Information stopfen“.

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