https://www.faz.net/-gpf-9sx42

Was ist mit den Ossis los? : Eine ganz besondere Straße

  • -Aktualisiert am

Straßen mit dem Namen Seelenbinderstraße gibt einige es im Osten. Auch Schulen und Sportstätten wurden in der DDR nach Werner Seelenbinder benannt – in der alten Bundesrepublik sucht man den Namen vergebens. Bild: Sebastian Matthäus

Alle reden über die Ostdeutschen. Aber wer sind die überhaupt? Auf einem Spaziergang über die Berliner Seelenbinderstraße trifft unser Autor ein paar Leute, die es wissen könnten.

          8 Min.

          Dass der braune Dreck nach oben drang, schien mir kein guter Anfang für eine Geschichte über ostdeutsche Landschaften, aber nun stand ich an einem wolkenverhangenen Morgen in der Seelenbinderstraße und schaute auf jene Wasserlachen, Löcher und Erdhügel, welche die Fahrbahn in Ocker tauchten. Solche Rohrbrüche gab es öfter, schon vor fünf Jahren hatte ein Trinkwasserrohr unter der Straße dem Zahn der Zeit nicht mehr standgehalten und war geborsten. Herbstluft kam auf.

          In den vergangenen Wochen hatte man sich mit den ersten kühlen Winden den Kopf zerbrochen über die „ostdeutsche Seele“. Ein junger Sozialdemokrat klagte, die politische Debatte über Ostdeutschland erinnere ihn an das Gaffertum bei einem Autounfall, und genauso fühlte ich mich beim Blick auf die aufgebrochene Seelenbinderstraße in Berlin-Köpenick. „So isser, der Ossi“, titelte ein Nachrichtenmagazin, woanders war die Rede von „Sippenhaft“ und „Clusterfuck“ sowie: „Seit Monaten liegen die Ostdeutschen öffentlich auf der Couch.“ Das wollte ich mir dann mal ansehen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Wo geht es lang? Wegweiser zu einer kommunalen Zulassungsstelle

          Warten aufs Nummernschild : Chaos in der Zulassungsstelle

          Wer sein Auto zulassen will, muss wegen der Corona-Einschränkungen teils wochenlang auf einen Termin beim Amt warten. Bürger verzweifeln, Händler und Industrie toben. Was läuft da schief? Ein Ortstermin.