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Mord an amerikanischen Piloten : Erst überlebt und dann getötet

Zerschellt: Einer der beiden abgeschossenen amerikanischen Bomber, deren Besatzung ermordet wurde. Bild: Medienzentrum Hanau

Drei amerikanische Soldaten, deren Bomber abgeschossen worden waren, sind in Hanau 1945 hingerichtet worden. Die meisten Verantwortlichen kamen glimpflich davon.

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          Jeden Tag betet Ann Spearmint für ihren Bruder Joseph Eugene Prokop. Der junge Mann war als Besatzungsmitglied eines amerikanischen Bombers nicht von einem Kriegseinsatz in Deutschland zurückgekehrt. Eines Tages erreichte die Familie die Todesnachricht, doch was passiert war, erfuhr sie nicht. „Wir haben uns immer gefragt, was geschehen war“, schreibt die alte Dame in einem Dankesbrief. Wie wurde er abgeschossen? Gab es Überlebende?

          Luise Glaser-Lotz

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          Diese und viele weitere Fragen bestürmten Ann Spearmint über die vergangenen Jahrzehnte. Jetzt hat sie Gewissheit, und ihr Dank dafür richtet sich nach Hanau. Dort haben Jens Arndt, Experte für Hanauer Militärgeschichte, und der Geschichtsstudent Thomas Rost über die sogenannten Fliegermorde in Hanau geforscht und viel Neues ans Licht gebracht. Anlass gab die Vorbereitung der Ausstellung „Leben im Krieg“ zum Jahrestag der Zerstörung Hanaus vor 75 Jahren, die vom 1. März bis 28. Juni im Schloss Philippsruhe zu sehen sein wird. Als wesentliche Grundlage dienten den Forschern erst kürzlich freigegebene Gerichtsakten der Amerikaner.

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