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F.A.Z. Essay Podcast : Hungermord

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In Zeiten des Massensterbens: Menschen gehen ihrer Wege, am Straßenrand sterben Verhungernde. Bildbeschreibung einblenden Podcast starten 25:39

In Zeiten des Massensterbens: Menschen gehen ihrer Wege, am Straßenrand sterben Verhungernde. Bild: ddp Images

Das größte einzelne Verbrechen der Sowjetunion ist im Westen noch immer kaum bekannt: Die von Stalin verursachte Hungersnot in der Ukraine 1932/33. Eine Erinnerung in der neuen Folge des F.A.Z.-Essay-Podcasts.

          1 Min.

          Für die sowjetischen Verbrechen der Stalinzeit ist der GULag, das Lagersystem, zum Symbol geworden. Das wohl größte einzelne sowjetische Verbrechen hat die westliche Öffentlichkeit hingegen lange ignoriert: den sogenannten Holodomor, eine Hungersnot, der allein in der Sowjetrepublik Ukraine in den Jahren 1932 und 1933 etwa 3,9 Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind.

          Die Katastrophe war nicht die Folge ungünstiger klimatischer Bedingungen, sondern menschlichen Handelns. Der in den achtziger Jahren geschaffene ukrainische Begriff „Holodomor“ für diese Hungersnot geht zurück auf die beiden ukrainischen Wörter „Holod“ (Hunger) und „Mor“ („Tod“, „Massensterben“).

          Opfer des Hungertodes war vor allem die ländliche Bevölkerung in der Ukraine, darüber hinaus auch im Kuban-Gebiet im Nordkaukasus, in Kasachstan und in der Wolga-Ural-Region. Es waren also viele Ethnien in der Sowjetunion betroffen.

          Wenn es auch kein Dekret gibt, mit dem der Holodomor explizit angeordnet wurde, so ist es doch zweifelsfrei, dass das sowjetische Regime und Stalin persönlich die Verantwortung für das Massensterben trugen. Ein Essay von Professor Dr. Martin Schulze Wessel.

          Denkmal für die Holodomor-Opfer in Kiew
          Denkmal für die Holodomor-Opfer in Kiew : Bild: Picture-Alliance

          Der Verfasser lehrt Geschichte Ost- und Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Daniel Deckers, Politikredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und dort verantwortlich für das Ressort „Die Gegenwart“, trägt den Essay vor. Sie können ihn hier (mit einem Digitalabonnement) nachlesen.

          Weitere Essays des Ressorts finden Sie hier, alle Podcast-Folgen hier. Mehr über die Geschichte hinter dem Podcast erfahren Sie in diesem Text von Daniel Deckers.

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