https://www.faz.net/-gpf-a224u

Die verwüstete Stadt Hiroshima nach dem Atombombenabwurf auf einer undatierten Aufnahme
Die verwüstete Stadt Hiroshima nach dem Atombombenabwurf auf einer undatierten Aufnahme Foto: Reuters

Acht Zeitzeugen über Krieg und Kapitulation

Von PATRICK WELTER, TOKIO
Die verwüstete Stadt Hiroshima nach dem Atombombenabwurf auf einer undatierten Aufnahme Foto: Reuters

Vor 75 Jahren, am 6. August 1945 um 8.15 Uhr, warfen amerikanische Soldaten eine Atombombe über der japanischen Stadt Hiroshima ab. Es war das erste Mal, dass die neue Waffe in einem Krieg eingesetzt wurde. Geschätzt mehr als 125.000 Menschen wurden sofort und kurz danach getötet, im Feuersturm oder an der Verstrahlung in den ersten zwei Wochen nach dem Angriff. Die Nachricht und das Erstaunen über die unbekannte Waffe des Feindes verbreitete sich in Japan schnell. Noch hielt die Regierung an der Verteidigung des Vaterlandes fest.

Der Atompilz über Hiroshima symbolisiert wie kein anderes Bild das Ende des aggressiven japanischen Expansionsstrebens in Asien. Die Bombe steht am Ende einer Kette, die von Japans Sieg gegen Russland 1905 über die Kolonisierung Koreas 1910, die Invasion in der Mandschurei 1931 und den Angriff auf das amerikanische Pearl Harbor 1941 reicht. Drei Tage nach Hiroshima tötete eine amerikanische Atombombe in der Hafenstadt Nagasaki 75.000 Menschen. Am 15. August verkündete Kaiser Hirohito in einer aufgezeichneten Rundfunkansprache die Kapitulation und bat seine Untertanen, das Unerträgliche zu ertragen. Der Zweite Weltkrieg im Pazifik fand sein Ende.

Heute und am 9. August werden die Bürgermeister von Hiroshima und Nagasaki und Ministerpräsident Shinzo Abe traditionell in Friedensbotschaften für eine Welt ohne Atomwaffen eintreten. In Gesprächen mit der F.A.Z. schildern Japaner ihre Erinnerung an den Krieg und das Kriegsende.

Wo waren die Zeitzeugen am Kriegsende?

Mutsuro Tahara, 91 Jahre, ist Hals-Nasen-Ohrenarzt aus Kagoshima.
Mutsuro Tahara, 91 Jahre, ist Hals-Nasen-Ohrenarzt aus Kagoshima. Foto: Patrick Welter

Der 91 Jahre alte Mutsuro Tahara ist ein Arzt aus Kagoshima auf der südlichen Hauptinsel Kyushu. Als die Atombombe auf Hiroshima fiel, lag er im Krankenhaus der Kaiserlichen Marineakademie in Etajima.

Koji Hayakawa, 92 Jahre, überlebte den Untergang der Musashi 1944.
Koji Hayakawa, 92 Jahre, überlebte den Untergang der Musashi 1944. Foto: Patrick Welter

Der 92 Jahre alte Koji Hayakawa überlebte 1944 den Untergang der Musashi, des Flaggschiffs der japanischen Marine.

Ayako Sono, 88 Jahre, erlebte das Kriegsende in Kanazawa.
Ayako Sono, 88 Jahre, erlebte das Kriegsende in Kanazawa. Foto: Privat

Die heute 88 Jahre alte katholische Schriftstellerin Ayako Sono erlebte das Kriegsende in Kanazawa. Sie hat unter anderem ein Buch über Maximilian Kolbe geschrieben.

Leji Matsumoto, 82 Jahre, ist ein japanischer Manga-Zeichner.
Leji Matsumoto, 82 Jahre, ist ein japanischer Manga-Zeichner. Foto: ANDIA / VISU

Der 82 Jahre alte Manga-Zeichner Leiji Matsumoto wurde berühmt mit der Science-Fiction-Serie „Space Battleship Yamato“. Die Crew des Raumschiffs fliegt zum Planeten Iskandar, um die Menschheit vor Außerirdischen zu retten.

Keiko Kishi spielte 1956 in dem Film Early Spring mit.
Keiko Kishi spielte 1956 in dem Film Early Spring mit. Foto: Picture-Alliance

Die 87 Jahre alte Keiko Kishi ist Schauspielerin und spielte in den Filmen wie „Taifun über Nagasaki“ und „Samurai der Dämmerung“.

Keisuke Egashira, 88 Jahre, ist ehemaliger Vorsitzender des Lastwagenherstellers Mitsubishi Fuso.
Keisuke Egashira, 88 Jahre, ist ehemaliger Vorsitzender des Lastwagenherstellers Mitsubishi Fuso. Foto: Patrick Welter

Der 88 Jahre alte Keisuke Egashira arbeitete für Nomura Securities und war Vorsitzender des Lastwagenherstellers Mitsubishi Fuso (Daimler).

Yasuko Matsui, 86 Jahre, lebt seit 60 Jahren in Amerika.
Yasuko Matsui, 86 Jahre, lebt seit den sechziger Jahren in Amerika. Foto: Privat

Die heute 86 Jahre alte Yasuko Matsui erlebte den Krieg in der japanischen Provinz und ging in den sechziger Jahren nach Amerika.

Takashi Teramoto, 85 Jahre, überlebte den Abwurf der Atombombe auf Hiroshima am 6. August 1945.
Takashi Teramoto, 85 Jahre, überlebte den Abwurf der Atombombe auf Hiroshima am 6. August 1945. Foto: Patrick Welter

Takashi Teramoto, jetzt 86 Jahre alt, überlebte im August 1945 den Abwurf der Atombombe auf Hiroshima. Sein Elternhaus stand etwa ein Kilometer nordwestlich des Hypozentrums der Bombe.

Testen Sie unsere Angebote.
Jetzt weiterlesen

Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

  FAZ.NET komplett

F.A.Z. PLUS:

  im F.A.Z. Digitalpaket

: Aktion

Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz bei einer Veranstaltung im August 2020 in Ahlen

Allensbach-Umfrage : Die SPD kann nicht von Scholz profitieren

Nur eine Minderheit glaubt, dass der Kanzlerkandidat der SPD die Unterstützung seiner Partei hat. Und das ist noch nicht das größte Problem der Sozialdemokraten, wie eine neue Umfrage zeigt.

Spenden nach Ginsburgs Tod : Die Angst, die großzügig macht

Kaum war Ruth Bader Ginsburg tot, flossen demokratischen Wahlkämpfern Spenden in Millionenhöhe zu – mehr denn je. Fällt Trumps Supreme-Court-Plan den Republikanern auf die Füße?