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Gründung der DVP/FDP 1945 : Die Wiedergeburt des Liberalismus

Stimme des Liberalismus: Theodor Heuss spricht vor dem Parlamentarischen Rat 1948. Bild: Erna Wagner-Hehmkes

Die Freien Demokraten stecken mal wieder in der Krise. Dabei stellten sie nach dem Krieg den ersten Bundespräsidenten und in Baden-Württemberg den ersten Ministerpräsidenten. Ein Rückblick.

          3 Min.

          Die FDP im Südwesten führt seit zehn Jahren ein Schattendasein in der Opposition. Dabei ist fast in Vergessenheit geraten, welchen Beitrag die Südwest-Liberalen einst zum Aufbau der Demokratie leisteten und welche Bedeutung sie für die Bundes-FDP bis heute haben: Der erste Ministerpräsident des 1952 gegründeten Bundeslandes Baden-Württemberg war der Freie Demokrat Reinhold Maier, Theodor Heuss der erste Bundespräsident. Nur in Baden-Württemberg gehörte die FDP immer, ohne Unterbrechung, dem Landesparlament an. Mitregiert haben FDP-Landesminister in Stuttgart insgesamt 31 Jahre. Und bis heute ist der Einzug der Bundes-FDP in den Bundestag ohne das Stimmengewicht des Südwest-Landesverbandes nahezu ausgeschlossen. Aus Baden-Württemberg stammten bedeutende Bundesminister der FDP wie Klaus Kinkel, Eberhard Wildermuth, Martin Bangemann oder Helmut Haussmann.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Am 18. September liegt die Gründung der FDP-Vorläuferpartei „Demokratische Volkspartei Groß-Stuttgart“ (DVP) 75 Jahre zurück. Die maßgeblichen Gründer waren der Stuttgarter Rechtsanwalt Wolfgang Haußmann, der aus Schorndorf stammende, von den Amerikanern zunächst für den Vorläuferstaat Württemberg-Baden eingesetzte Ministerpräsident Reinhold Maier sowie der Nationalökonom Theodor Heuss. Im Winter 1946 wurde die DVP dann als überregionale Partei gegründet. 1948 entstand daraus die FDP mit dem Gründungsvorsitzenden Heuss.

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