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Erinnerung an jüdische Kinder : Abschied am Bahnsteig verboten

  • -Aktualisiert am

Die Cedar Boys: Eine Gruppe jüdischer Jungen, die 1939 mit einem Kindertransport von Frankfurt nach England kamen. Bild: Foto Helga Brown

Es ist ein Karussell mit besonderen Eigenschaften: In Frankfurt erinnert bald ein Denkmal an die Transporte jüdischer Kinder nach England oder Amerika während der Nazizeit.

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          Die Trennung ist oft endgültig gewesen. Die Kinder fuhren nach England zu Pflegefamilien, die Eltern später nach Auschwitz ins Gas. Eine Verabschiedung am Bahnsteig war verboten, denn die Nazis wollten keine herzzerreißenden Szenen vor Publikum. Vielmehr mussten sich die Mädchen und Jungen außerhalb des Frankfurter Hauptbahnhofs von den Eltern trennen.

          „Auf bald, mein Kind“, mag der Vater gesagt haben, und eine weinende Tochter oder ein schluchzender Sohn mag mit der heute altmodisch klingenden Formel geantwortet haben: „Auf Wiedersehen, Mutter“ und „Auf Wiedersehen, Vater“. So jedenfalls stellt sich das die in Israel geborene und in Berlin lebende Künstlerin Yael Bartana vor. Sie hat denn auch diese Abschiedsworte in ihr Kunstwerk integriert, das jetzt von einer Jury dafür ausgewählt wurde, künftig an prominenter Stelle in der Stadt an die Kindertransporte nach Großbritannien, Amerika, Belgien, die Schweiz oder Frankreich zu erinnern.

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