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Kriegsende 1945 : Russland und der Tag des Sieges

  • -Aktualisiert am

Computer-Visualisierung des neuen Mahnmals für die Schlachten von Rschew auf der Website des Projekts Bild: http://rzhev.histrf.ru/static/imgs/viz-2.jpg

Das Kriegsgedenken in Russland war immer eine staatliche Inszenierung. Aber es war stets auch sehr viel mehr. Wie sich die Bedeutung des 9. Mai 1945 über die Jahrzehnte gewandelt hat. Ein Essay.

          13 Min.

          Einer der Höhepunkte der – wegen der Corona-Pandemie verschobenen – öffentlichen Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag der deutschen Kapitulation am Ende des Zweiten Weltkriegs sollte in Russland die Enthüllung eines neuen Ehrenmals für gefallene Soldaten sein. Die Anlage bei Rschew, 230 Kilometer westlich von Moskau, wird von einer 25 Meter hohen Bronzestatue gekrönt. Das Monument stellt einen Schwarm Kraniche dar – sie sind seit den fünfziger Jahren Sinnbild für die Seelen der Gefallenen –, die nach oben hin zur Figur eines einzelnen Soldaten verschmelzen.

          Der Bronzehüne steht für die offiziell etwa 400.000 sowjetischen Gefallenen der Schlachten um Rschew in den Jahren 1942 bis 1943, die zu einem geeinten, heldenhaften Volkskörper verschmelzen. Im Ehrenmal sind ihre Namen – soweit sie bekannt sind – auf Stahlplatten verzeichnet, auf denen die Buchstaben wiederum Silhouetten einzelner Soldaten bilden.

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