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Kriegsgräberfürsorge : Versöhnung über den Gräbern

Gefallenengräber: Soldatenfriedhof in Langemarck im Jahr 1934 Bild: Ullstein

Vor 100 Jahren wurde der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gegründet. Im Auftrag der Bundesregierung sucht die Organisation nach im Krieg gefallenen deutschen Soldaten und kümmert sich um deren würdige Bestattung.

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          Langemark ist nicht nur ein kleiner Ort in Flandern, der Name steht auch für einen erfolglosen Durchbruchsversuch deutscher Soldaten an der Westfront im Ersten Weltkrieg. Die „Schlacht bei Langemarck“, so die ältere Schreibweise des belgischen Dorfs, war nur propagandistisch ein Erfolg: Einige hundert junge, ungediente Soldaten waren am 10. November 1914 von ihren Vorgesetzten in den Tod getrieben worden. Einen Tag später verbreitete die Oberste Heeresleitung in Berlin, das westlich Langemarck „junge Regimenter unter dem Gesang ,Deutschland, Deutschland über alles‘ gegen die erste Linie der feindlichen Stellungen“ vorgebrochen seien und diese eingenommen hätten. Damit war der politische Mythos von „Langemarck“ geboren: Der vermeintlich heldenhafte Opfergang fand seinen Nachhall noch in nationalsozialistischer Zeit.

          Peter-Philipp Schmitt
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Im Oktober wurden auf dem Deutschen Soldatenfriedhof Langemark 84 deutsche Soldaten feierlich eingebettet. Unter den Gästen: der Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr Wolfgang Schneiderhan. Weit mehr als 44.000 gefallene Soldaten haben heute auf dem Friedhof ihre letzte Ruhestätte gefunden. Die Überreste der 84 Toten waren von einem internationalen Ausgrabungsteam an der sogenannten Höhe 80 bei Wijtschate in Westflandern geborgen worden. Auch britische, französische und sogar südafrikanische Tote hatte man dort gefunden und an anderer Stelle beigesetzt. Das Crowdfunding-Projekt, das vom Belgier Simon Verdegem geleitet wird, unterstützte der Volksbund mit 25.000 Euro.

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