https://www.faz.net/-gpf-9t1ib
Bildbeschreibung einblenden

DDR-Grenzsoldaten : Der tödliche Dienst an der Grenze

Den Feind im Blick – die Angst im Genick. Bild: Wolfgang Haut

Auch unter den Bewachern der Mauer herrschte Angst. 28 DDR-Soldaten, die später zu Helden erklärt wurden, starben. Weniger bekannt ist, dass einige durch Schüsse von Kameraden umkamen.

          7 Min.

          Die meisten DDR-Soldaten an der innerdeutschen Grenze standen dort nicht freiwillig. Sie waren Wehrdienstleistende, die für ihre achtzehn Monate Grundwehrdienst zur Grenze einberufen wurden. Sie hofften, ihre Zeit ohne Zwischenfälle zu überstehen und nie vor die Frage gestellt zu werden, ob sie im Fall des Falles schießen würden. Anders war es bei Offizieren und länger dienenden Unteroffizieren, die sich freiwillig für die Grenze entschieden. Ein ganz spezieller Fall waren die Grenzaufklärer, die es in jeder Grenzkompanie gab, die besonders ausgerüstet waren und die, wie man inzwischen weiß, speziell von der Staatssicherheit ausgebildet und eingesetzt wurden. Sie durchstreiften das unmittelbare Grenzgebiet, aber auch das Hinterland. Und sie kontrollierten auch die Wehrpflichtigen-Postenpaare im Dienst. Von denen wurden sie „Anscheißer“ genannt.

          Frank Pergande

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Wehrpflichtige erfuhren zumeist erst mit dem Einberufungsbefehl, dass sie an die Grenze sollten und wo genau. Nach welchen Kriterien ausgesucht wurde, darüber lässt sich nur spekulieren. Junge Männer aus „politisch gefestigten“ Elternhäusern traf es, aber auch Familienväter, besonders gern solche, die eben erst Vater geworden waren.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. + F.A.S. – Adventsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Türgriffe am Landgericht Bonn, wo schon über die Cum-Ex-Affäre verhandelt wird.

          Steuerskandal : Cum-Ex-Banker gehören nicht in Haft

          Im Steuerrecht zählt der gesunde Menschenverstand nicht viel. Die Cum-Ex-Banker konnten nicht wissen, dass ihr Verhalten verboten war. Der Staat darf sie nicht bestrafen.
          Ein türkisches Explorationsschiff vor der Küste Zyperns im August.

          Libyen-Krieg : Die Türkei und Russland kämpfen um Tripolis

          Ankara strebt nach mehr Macht im östlichen Mittelmeer. Das ruft nicht nur einen Konflikt mit der EU hervor, sondern wirkt sich auch auf den Krieg in Libyen aus – dort steht die Türkei nun Russland gegenüber.
          Freie Fahrt? Auf Deutschlands Autobahnen wartet die „größte Verwaltungsreform seit Jahrzehnten“.

          Autobahnen : Besser als Google Maps

          Bald übernimmt der Bund Planung, Bau und Betrieb der Autobahnen. Anfang 2020 beginnt ein erster Härtetest: Eine Verwaltung, die sich Jahrzehnte eingespielt hat, wird durcheinandergewirbelt. Wird alles klappen?