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DDR-Grenzsoldaten : Der tödliche Dienst an der Grenze

Den Feind im Blick – die Angst im Genick. Bild: Wolfgang Haut

Auch unter den Bewachern der Mauer herrschte Angst. 28 DDR-Soldaten, die später zu Helden erklärt wurden, starben. Weniger bekannt ist, dass einige durch Schüsse von Kameraden umkamen.

          7 Min.

          Die meisten DDR-Soldaten an der innerdeutschen Grenze standen dort nicht freiwillig. Sie waren Wehrdienstleistende, die für ihre achtzehn Monate Grundwehrdienst zur Grenze einberufen wurden. Sie hofften, ihre Zeit ohne Zwischenfälle zu überstehen und nie vor die Frage gestellt zu werden, ob sie im Fall des Falles schießen würden. Anders war es bei Offizieren und länger dienenden Unteroffizieren, die sich freiwillig für die Grenze entschieden. Ein ganz spezieller Fall waren die Grenzaufklärer, die es in jeder Grenzkompanie gab, die besonders ausgerüstet waren und die, wie man inzwischen weiß, speziell von der Staatssicherheit ausgebildet und eingesetzt wurden. Sie durchstreiften das unmittelbare Grenzgebiet, aber auch das Hinterland. Und sie kontrollierten auch die Wehrpflichtigen-Postenpaare im Dienst. Von denen wurden sie „Anscheißer“ genannt.

          Frank Pergande

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Wehrpflichtige erfuhren zumeist erst mit dem Einberufungsbefehl, dass sie an die Grenze sollten und wo genau. Nach welchen Kriterien ausgesucht wurde, darüber lässt sich nur spekulieren. Junge Männer aus „politisch gefestigten“ Elternhäusern traf es, aber auch Familienväter, besonders gern solche, die eben erst Vater geworden waren.

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