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100 Jahre KP Chinas : Von der Komintern-„Sektion“ zur Staatspartei

Yanan, Provinz Shaanxi: Der junge Mao Tse-tung als Wachsfigur soll als Touristenattraktion herhalten. Bild: Reuters

Die Gründung fand in Wirklichkeit zwar erst Ende Juli statt. Aber das hält Chinas Staatspartei nicht davon ab, sich schon jetzt für 100 Jahre ihres Bestehens zu feiern. Am Anfang brauchte sie ausländische Hilfe.

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          Nach ihrem Selbstverständnis kann die chinesische Führung alles bestimmen. Deshalb ist es kein Wunder, dass die heutige Führung verfügt, wann vor 100 Jahren die Kommunistische Partei Chinas gegründet wurde. Im wirklichen Leben geschah das vom 23. Juli an in dem von Frankreich beherrschten Sektor der Stadt Schanghai.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

          Nach der heute amtlich verbreiteten Geschichtsversion muss es aber der 1. Juli gewesen sein. Der Gründungsmythos hängt, wie so vieles in China, mit der Person Mao Tse-tungs zusammen, denn der hat entschieden, dass es der 1. Juli gewesen sei. Mao war zweifellos die dominante Figur des kommunistischen Chinas in dessen ersten Jahrzehnten. Kommunisten lieben stringente Geschichten, zumal der Lauf der Welt ja angeblich ehernen Gesetzen gehorcht. Also muss nicht nur Mao schon von Anfang an dabei gewesen sein. Das Ereignis muss nach offizieller Lesart auch schon zum damaligen Zeitpunkt ein welthistorischer Akt gewesen sein.

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