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75 Jahre Nürnberger Prozesse : Mit den Mitteln des Rechts

Millionenfacher Mord: Die NS-Führung auf der Anklagebank Bild: dpa

Im November 1945 schrieben die Alliierten Rechtsgeschichte. Sie gingen das Wagnis ein, über die Besiegten in einem rechtsstaatlichen Verfahren zu richten.

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          Eine Reihe größtenteils älterer Herren, die meisten von ihnen in unauffällige Anzüge gekleidet, nahm am 20. November 1945 auf der Anklagebank des Saals 600 im Nürnberger Justizpalast Platz. Am äußersten Rand der frühere „Reichsmarschall“ Hermann Göring, an dessen einstige Leibesfülle nur noch die große Jacke erinnerte. Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß war dabei, Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop, Wilhelm Keitel, am anderen Ende Albert Speer und Julius Streicher, Herausgeber des antisemitischen Hetzblattes „Der Stürmer“. Insgesamt 21 Männer, die von der Führung des NS-Staates übrig geblieben waren, über die nun Gericht gehalten werden sollte.

          Alexander Haneke
          Redakteur in der Politik.

          Nürnberg war nicht der erste Prozess der Alliierten wegen der Verbrechen der Nationalsozialisten. Ein paar Tage zuvor, am 17. November, war in einer Turnhalle in Lüneburg der Bergen-Belsen-Prozess zu Ende gegangen. Ein britisches Militärgericht hatte dort bereits unter großer internationaler Aufmerksamkeit elf Angehörige der Lagermannschaft des Konzentrationslagers zum Tode verurteilt und 18 Haftstrafen ausgesprochen. Doch „Nürnberg“ sollte zum Symbol werden für das Vorhaben, auf die Verbrechen des NS-Regimes mit den Mitteln der Justiz zu antworten.

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