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70 Jahre Koreakrieg : Angriff aus dem Norden

Schlacht um Seoul: UN-Soldaten im Straßenkampf in Südkoreas Hauptstadt Bild: AFP

Am 25. Juni 1950 begann der Koreakrieg, der die Halbinsel bis heute teilt. Aus einem lokalen Konflikt wurde eine militärische Auseinandersetzung, der die Aufrüstung im Kalten Krieg beschleunigte.

          3 Min.

          An einem verregneten Sonntag frühmorgens nach 4 Uhr griffen nordkoreanische Truppen längs des 38. Breitengrads die Republik von Korea an. Die meisten der südkoreanischen Einheiten waren überrascht. Viele Soldaten und ihre amerikanischen Militärberater hatten über das Wochenende Freigang und hielten sich in Seoul, etwa 60 Kilometer südlich der Grenzlinie auf. Manche hielten das Grollen der Geschütze für fernen Donner. Das Überraschungsmoment und die Überlegenheit der nordkoreanischen Truppen, die mit sowjetischen T-34-Panzern vordrangen, sicherten dem Norden schnelle Erfolge. Gegen 9:30 Uhr fiel die historische Hauptstadt Kaesong. Gegen Mittag besetzte Nordkorea den Flughafen Gimpo in der Nähe von Seoul. So begann am 25. Juni 1950 der Koreakrieg, der sich über drei Jahre hinziehen sollte, Millionen Menschen das Leben kostete, die Teilung der Halbinsel bis heute zementierte und die Aufrüstung im Kalten Krieg zwischen Westen und Osten beschleunigte.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Der Krieg begann als lokaler Konflikt. Doch von Beginn an machten die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten ihren Einfluss geltend. Im Konflikt zwischen West und Ost war nach Ende des Zweiten Weltkriegs im Pazifik an eine friedliche Vereinigung des von Amerika und der Sowjetunion besetzten Koreas nicht zu denken. Ein Grund war, dass die Vereinigten Staaten nicht so recht wussten, was sie mit Korea machen sollten. 1948 wurde im Süden die Republik von Korea gegründet und im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea ausgerufen. Doch die Koreaner sehnten sich nach 40 Jahren japanischer Besetzung nach Einheit und Selbstbestimmung. Die dominanten Führer in beiden Landesteilen dachten an militärische Lösungen.

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