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Bordell-Gründer vor Gericht : Wie es in Deutschlands größtem Puff wirklich zugeht

Eine Prostituierte auf dem Sofa eines FKK-Clubs. Bild: dpa

Jahrelang warb ein fernsehbekannter Bordellbetreiber in Talkshows für seine „Wellnessoase“. Nun steht er vor Gericht. Der Prozess zeigt, dass saubere Sexarbeit ein Mythos ist.

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          Sechs Jahre war Miriam E. Personalchefin des größten deutschen Bordells. Sie stellte Mitarbeiter ein, las Bewerbungen, prüfte Gehaltsabrechnungen. Nun saß Miriam E. in einem Verhandlungssaal des Stuttgarter Landgerichts als Zeugin im Hauptverfahren gegen die Geschäftsführer der Paradise-Bordellkette. „Mich hat das Paradise immer fasziniert, es war dort immer eine gute Stimmung.“ Die Zeugin kann sich an wenig erinnern, aber immerhin daran, dass die Mitglieder der Rockergangs „United Tribuns“ und „Hells Angels“ oft nackt, ohne Handtuch und Bademantel, „wie die Gockel“ durch das Bordell liefen. „Das hat die seriösen Gäste dann irritiert“, sagt sie. Vor allem um diese „Gockel“ geht es in dem Strafverfahren: Welche Rolle spielten die Chefs und Mitglieder der Rockergruppierungen bei der Organisation angeblich „sauberer Prostitution“?

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Jürgen Rudloff, der Gründer des Großbordells „Paradise“ in Leinfelden-Echterdingen, sitzt auf der Anklagebank. Gesellschaft leisten ihm ein ehemaliger Mitgeschäftsführer und sein ehemaliger „Marketingleiter“, der sich früher als „Pufftester“ für den Sender RTL II einen Namen gemacht hatte. Vor Gericht verantworten muss sich auch der frühere Steuerberater und Rechtsbeistand des Bordellkönigs, ein Frankfurter Anwalt ohne Zulassung.

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