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Trennung von Rosneft : Schröders überfälliger Schritt

  • -Aktualisiert am

Hört nun doch bei Rosneft auf: Gerhard Schröder Bild: dpa

Altkanzler Schröder trennt sich vom russischen Ölkonzern Rosneft. Warum jetzt erst? Die Verbrechen von Butscha hatten dafür noch nicht gereicht. Geht es um drohende EU-Sanktionen? Oder weiß er mehr als wir alle?

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          Jetzt hat sich Altkanzler Gerhard Schröder also doch vom russischen Ölkonzern Rosneft getrennt und ist damit ein Stück von Putins verbrecherischem Regime abgerückt. Es war ein überfälliger Schritt. Warum aber geht er den erst jetzt? In der SPD wird eigentlich nur ein Urteil über ihr schwierigstes Mitglied von allen geteilt: Schröder ist nicht einzufangen, von niemandem. Er macht, was er will. Nach den Verbrechen von Butscha konnte er deswegen noch in aufgeräumter Stimmung ein Interview geben, in dem er meinte, mea culpa sei nicht so sein Ding.

          Bekannt ist, dass Geld Schröders Ding ist. Will er also nur verhindern, auf die EU-Sanktionsliste gesetzt zu werden? Schröders SPD-Nachfolger im Kanzleramt, Olaf Scholz, befand ja kürzlich, dass das nicht erforderlich sei.

          Oder weiß Schröder mehr als wir alle? In dem Interview mit der New York Times sagte er, einen Rücktritt von seinem Rosneft-Posten könne er sich nur für den Fall vorstellen, dass Russland Europa das Gas abdrehe. Bleibt die Frage, wie die SPD aus diesem Auf und Ab hervorgeht. Ihr bleibt jetzt womöglich ein kräftezehrendes und langwieriges Parteiausschlussverfahren erspart. Doch wäre der Rauswurf ohnehin nicht viel mehr gewesen als ein symbolischer Akt. Schröder als einen Vertreter einer verfehlten Russlandpolitik vom Hof zu jagen, und es dabei bewenden zu lassen, wäre ein Fehler gewesen. Denn Schröder war nicht allein. Und die Russlandpolitik der SPD braucht ein neues und stabiles Fundament.

          Mona Jaeger
          Stellvertretende verantwortliche Redakteurin für Nachrichten und Politik Online.

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