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Neues Bundeswehr-Unglück : General Flugsicherheit untersucht tödlichen Hubschrauber-Absturz

Ein Hubschrauber des Typs EC 135 nahe der Absturzstelle im Landkreis Hameln-Pyrmont am Montag Bild: EPA

Wieder ein Unfall, wieder mit Todesfolge. Warum stürzt zum zweiten Mal binnen einer Woche ein Luftfahrzeug der Bundeswehr ab, das bislang als sicher galt? Der Chef des Ausbildungszentrums stellt sich vor seine Piloten.

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          Die Bundeswehr hat nach dem Absturz eines Hubschraubers am Dienstag den Flugbetrieb im internationalen Ausbildungszentrum in Bückeburg ausgesetzt. Wie ein Sprecher des Heeresstandorts mitteilte, sollen zunächst die Ermittlungen des Generals der Flugsicherheit abgewartet werden. Am Montag war gegen 14 Uhr ein Schulhubschrauber des Typs EC 135 des Ausbildungszentrums rund 30 Kilometer von Bückeburg entfernt in ein Getreidefeld in der Gemeinde Aerzen gestürzt und ausgebrannt. Von den beiden Piloten konnte sich nur ein 26 Jahre alter Soldat nach dem Absturz in Sicherheit bringen. Er wurde am Dienstagmorgen noch in einem Krankenhaus behandelt und psychologisch betreut. Seine 25 Jahre alte Kameradin kam an der Unglücksstelle ums Leben.

          Der Kommandeur des Ausbildungszentrums, Brigadegeneral Ulrich Ott, sagte vor der Schäfer-Kaserne in Bückeburg am Dienstag, dass beide Piloten „zwar im Alter noch jung waren, aber durchaus erfahren“ gewesen seien. Sie hätten aufgrund ihrer „hervorragenden fliegerischen und menschlichen Kompetenz“ am Fluglehrerprogramm des Zentrums teilgenommen. Der Unfall habe sich während eines Übungsflugs auf der festgelegten Tiefflugstrecke des Zentrums ereignet, auf der die Hubschrauber bis zu drei Meter tief flögen. Sie werde regelmäßig auf mögliche Hindernisse untersucht. Ein anderer Hubschrauber sei an der Übung nicht beteiligt gewesen.

          Der EC 135 wird von der Bundeswehr seit dem Jahr 2000 genutzt und wurde über 100.000 Stunden lang geflogen. Von den 14 Hubschraubern des Typs, über die die Bundeswehr verfügt, wurden bis dato elf einsatzbereit gehalten. Der Absturz war der erste tödliche Unfall mit einem EC 135. Zugleich war es der Zweite mit einem Luftfahrzeug der Bundeswehr binnen einer Woche. Ott äußerte, er hege keinen Zweifel daran“, dass auch weiterhin mit dem EC 135 die Ausbildung sichergestellt werden könne.

          Erst in der vergangenen Woche waren zwei Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“ auf einem Übungsflug über Mecklenburg-Vorpommern zusammengestoßen und nahe der Ortschaft Nossentiner Hütte abgestürzt. Ein Fluglehrer hatte sich mit dem Schleudersitz gerettet und den Unfall leicht verletzt überlebt. Der junge Pilot des zweiten Unglücksflugzeugs wurde bei der Kollision getötet. Ein drittes Flugzeug blieb unversehrt. Das in Laage bei Rostock stationierte Luftwaffengeschwader hatte am Montagmorgen den Flugbetrieb wieder aufgenommen, wie Kommodore Gero von Fritschen sagte. Hinweise auf einen Fehler an den Flugzeugen habe es nicht gegeben.

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