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Geheimprotokoll : Von „machtlos“ bis „schrecklich“

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Die Nachrichtenmagazine „Der Spiegel“ und „Focus“ haben Passagen aus dem geheimen Protokoll des deutschen Botschafters in Washington, Jürgen Chrobog, über das Gespräch von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und dem amerikanischen Präsidenten George Bush veröffentlicht. Nachfolgend dokumentiert FAZ.NET einige Auszüge.

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          Die Nachrichtenmagazine „Der Spiegel“ und „Focus“ haben Passagen aus dem geheimen Protokoll des deutschen Botschafters in Washington, Jürgen Chrobog, über das Gespräch von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und dem amerikanischen Präsidenten George Bush veröffentlicht. Nachfolgend dokumentiert FAZ.NET einige Auszüge:

          „...MD (Ministerialdirektor, die Red.) Steiner berichtet über seine Gespräche mit Gaddafi in Libyen. Dieser habe eingestanden, dass sich Libyen an terroristischen Aktionen (La Belle, Lockerbie) beteiligt habe. Er habe erklärt, dem Terrorismus abgeschworen zu haben und bat um die Chance, diese neue Haltung Libyens beweisen zu können. Auch Gaddafi habe Angst vor fundamentalistischen Strömungen. ...

          Zu Putin gebe es gegenwärtig keine vernünftige Alternative. Er bemühe sich, langfristig ein marktwirtschaftliches und tendenziell demokratisches System durchzusetzen, was unsere Unterstützung verdiene. Offen sei aber die Frage, ob er sich gegen die alten, durch die SU (Sowjetunion, d. Red.) geprägten Eliten wirklich durchsetzen könne ... BK (Bundeskanzler, d. Red.) stimmte mit Bush darin überein, dass es nicht um neue Finanzhilfen gehen könne, solange ungeheure Summen ins Ausland geschafft würden. ...

          Präs. Bush verwies auf ein kürzlich geführtes Telefongespräch mit Scharon, der auf den Terrorismus militärisch antworten wolle. Arafat sei nicht zum Einlenken zu bewegen. AM (Außenminister, d. Red.) Powell unterrichtete seinerseits über ein heutiges Telefongespräch mit Arafat. Dieser habe völlig den Bezug zur Realität verloren („The guy is lost“). ...

          Auch mit Syrien sei man verstärkt im Gespräch, Powell habe dort ein gutes Klima vorgefunden. BK gab seine Einschätzung zu den handelnden Personen wieder. Der jordanische König sei einer der intelligentesten Führer in der Region, aber auch der machtloseste. ... BK bezeichnete sein Gespräch mit dem syrischen Kabinett, auf Grund der dort vorgetragenen militanten Äußerungen, als ,schrecklich'. ...“

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