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Geheimdienst-Dokumente : Vereinigte Staaten förderten Pinochet-Putsch

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Die Vereinigten Staaten haben mit gezielten Geheimdienstaktionen die politische Destabilisierung Chiles vor und während des Putsches von Augusto Pinochet im Jahr 1973 vorangetrieben. Dies geht aus Geheimdokumenten über die Rolle der USA beim Militärputsch in Chile hervor, die in Washington veröffentlicht wurden.

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          Die Vereinigten Staaten haben mit gezielten Geheimdienstaktionen die politische Destabilisierung Chiles vor und während des Putsches von Augusto Pinochet im Jahr 1973 vorangetrieben. Dies geht aus Geheimdokumenten über die Rolle der USA beim Militärputsch in Chile hervor, die in Washington veröffentlicht wurden.

          Demnach unterhöhlten die von der damaligen US-Regierung unterstützten Aktionen die Demokratie in Chile, wie das Weiße Haus erklärte. So sollte unter anderem die Wahl des Sozialisten Allende zum Präsidenten verhindert und seine Regierung destabilisiert werden. Mit den Aktionen sollte zudem General Pinochet nach seinem Putsch am 11. September 1973 gestärkt werden. Washington hatte stets bestritten, Pinochets Staatsstreich gegen den gewählten Präsidenten Allende unterstützt zu haben.

          CIA wußte von „Operation Condor“

          Den Dokumenten zufolge wusste der US-Geheimdienst CIA seit Juli 1976 von der „Operation Condor“, der Geheimaktion mehrerer Militärdiktaturen Lateinamerikas zur Ausschaltung politischer Gegner. Der CIA sei von Aktionen unter anderen gegen die Bewegung der revolutionären Linken (MIR) in Chile und die Revolutionäre Volksarmee (ERP) in Argentinien unterrichtet gewesen. Weltweit agierende Geheimagenten spürten in den 70er und 80er Jahren im Auftrag der Militärregierungen in Chile, Argentinien, Bolivien, Uruguay, Paraguay und Brasilien linke Aktivisten und Regimegegner auf und verfolgten sie. Mutmaßlicher Kopf der Operation war der chilenische Diktator Pinochet. Zu den jetzt freigegebenen Dokumenten gehören auch Anweisungen des damaligen US-Außenministers Henry Kissinger an die Botschaft seines Landes in Chile, wegen Menschenrechtsverletzungen keinen Druck auf die Pinochet-Regierung auszuüben.

          Zahlreiche Passagen geschwärzt

          Die USA haben bisher mehrere tausend Dokumente freigegeben, die Gewalttaten nach dem Putsch von Pinochet 1973 in Chile belegen. Die Papiere zeigen nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch eindeutig, dass die USA über die Menschenrechtsverletzungen informiert waren. US-Präsident Bill Clinton hatte im Februar 1999 die Freigabe von Dokumenten zur Rolle der USA während Pinochets Herrschaft in Chile angeordnet. Zahlreiche Passagen der Dokumente sind allerdings vom CIA geschwärzt worden.

          Während der chilenischen Militärdiktatur zwischen 1973 bis 1990 wurden nach Angaben von Menschenrechtsgruppen Tausende Oppositionelle ermordet und gefoltert. Zehntausende von Menschen wurden ins Exil getrieben.





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