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Gefechte in der Ostukraine : General bei Abschuss von Hubschrauber getötet

  • Aktualisiert am

Dunkler Rauch steigt von der Absturzstelle des abgeschossenen Hubschraubers in der Nähe von Slawjansk auf Bild: AP

Prorussische Separatisten haben vor der Stadt Slawjansk einen Armeehubschrauber abgeschossen. 14 ukrainische Soldaten kommen ums Leben. Unter den Toten ist auch ein General.

          Prorussische Separatisten haben im Osten der Ukraine einen Armeehubschrauber abgeschossen und dabei nach offiziellen Angaben 14 Soldaten getötet. Unter den Opfern sei ein General, sagte Interimspräsident Alexander Turtschinow am Donnerstag bei einer Rede im Parlament. „Ich habe gerade die Information erhalten, dass die Terroristen nahe Slawjansk unseren Hubschrauber abgeschossen haben“, sagte Turtschinow.

          Der Angriff sei mit einer tragbaren Boden-Luft-Waffe aus Russland verübt worden. Turtschinow äußerte sich dennoch überzeugt, dass die Armee ihren Kampf „gegen die Terroristen zu Ende führen wird und die von Russland finanzierten Kriminellen entweder eliminiert oder auf der Anklagebank landen werden“.

          Turtschinwo sagte, bei dem General handele es sich um Sergej Kultschskij, der die Gefechtsführung der Nationalgarde verantwortete. Der Transporthubschrauber vom Typ Mi8 wurde während heftiger Gefechte zwischen Slawjansk und Kramatorsk in der Nähe einer Kaserne getroffen.

          Dies ist einer der bislang heftigsten Verluste ukrainischer Regierungstruppen in dem Konflikt. In der vergangenen Woche starben 14 Soldaten bei einem Angriff auf einen Kontrollposten der Armee nahe Donezk. Im Donass toben die bislang heftigsten Gefechte des Konflikt um die Ostukraine.

          Die Regierungstruppen führen seit mehreren Wochen eine Militäroffensive gegen die Separatisten im Osten der Ukraine. Die Führung in Kiew wirft Russland vor, die Kreml-treuen Kämpfer gezielt mit Waffen und Söldnern zu unterstützen. Moskau bestreitet dies. Turtschinows designierter Nachfolger Petro Poroschenko sieht den Osten der Ukraine faktisch „in einem Kriegszustand“.

          OSZE-Beobachter in der Hand der Separatisten

          Am Donnerstag wurde außerdem bekannt, dass sich die vier seit Wochenanfang in der Ukraine verschollenen Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in den Händen der Separatisten befinden. Dem unbewaffneten Team sei von Reisen in der Konfliktregion abgeraten worden, „aber diese Vier stellten sich als sehr wagemutig heraus“, sagte der Separatistenführer und selbsternannte Bürgermeister der ostukrainischen Rebellenhochburg Slawjansk, Wjatscheslaw Ponomarjow, der Nachrichtenagentur Interfax.

          Nach der Festnahme würden seine Gefolgsleute nun „klären, wer sie sind, wohin sie gingen und warum, und werden sie dann freilassen“. Ponomarjow deutete an, dass die OSZE-Beobachter in Spionage-Aktivitäten verwickelt sein könnten. Ihnen allen „geht es gut“, versicherte er laut Interfax jedoch. Schon im April hatten die Separatisten mehrere Militärbeobachter der Organisation vorübergehend festgenommen. Aus OSZE-Kreisen hieß es, bei dem nun festgesetzten Team handele sich um drei Männer und eine Frau, über deren Freilassung seit geraumer Zeit verhandelt werde. Zwischenzeitlich hätten sie sich offenbar in der Gewalt russischer Kosaken befunden, welche die Aufständischen in der Region Lugansk unterstützen.

          Ein Ukrainisches Militärflugzeug über dem abgeschossenen Hubschrauber

          Die OSZE hatte am Dienstag öffentlich gemacht, dass sie den Kontakt zu dem bei Donezk eingesetzten Team verloren habe. Demnach war die Verbindung zu den vier Beobachtern aus Dänemark, Estland, der Schweiz und der Türkei am Montagabend abgebrochen. Mit ihrer Gefangennahme sollten die internationalen Bemühungen zur Beilegung der ukrainischen Krise torpediert werden, kritisierte der amtierende OSZE-Vorsitzende Didier Burkhalter. Dieser „Sabotageakt“ könne nicht geduldet werden. Im Fall einer zweiten Beobachtergruppe im Osten der Ukraine, deren Verschleppung befürchtet worden war, gab die OSZE am Mittwochabend Entwarnung. Das elfköpfige Team sei längere Zeit an einer Straßensperre festgehalten worden, später aber wieder in Donezk eingetroffen.

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