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Gefangenenaustausch : Zu hoher Preis?

Männer nehmen mit dem paramilitärischen National Corps an einer Kundgebung am Berufungsgericht teil, um gegen die Freilassung des Gefangenen Tsemakh zu protestieren. Bild: dpa

Moskau und Kiew haben am Samstag 70 Gefangene ausgetauscht, freigelassen wurde auch der ukrainische Regisseur Senzow. Die Frage ist, wie hoch der Preis sein darf, den die Ukraine dafür bezahlt.

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          Für den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ist es ein großer politischer und humanitärer Erfolg, dass es tatsächlich zu einem großen Gefangenenaustausch zwischen Russland und der Ukraine gekommen ist. Die ukrainischen politischen Gefangenen in Russland sind Opfer einer Willkür-Justiz, die mit Recht nichts zu tun hat; ihre Befreiung war deshalb viel wert.

          Die Frage ist, wie hoch der Preis sein darf, den die Ukraine dafür bezahlt hat. Konkret: Ist es zu rechtfertigen, dass die ukrainische Führung bereit war, einen wichtigen Zeugen und Verdächtigen des Abschusses des Passagierflugs MH17 im Juli 2014 freizulassen? Damals haben die von Russland unterstützten prorussischen Kämpfer 298 unschuldige Menschen getötet.

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