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Gefangenenaustausch : Erinnerungen an die Glienicker Brücke

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Der Gefangenenaustausch zwischen Israel und der libanesischen Hizbullah-Miliz auf dem abgeschiedenen militärischen Teil des Flughafens Köln-Wahn erinnert an ähnliche Aktionen Jahrzehnte zuvor in Deutschland.

          Der Gefangenenaustausch zwischen Israel und der libanesischen Hizbullah-Miliz auf dem abgeschiedenen militärischen Teil des Flughafens Köln-Wahn erinnert an ähnliche Aktionen Jahrzehnte zuvor in Deutschland.

          Die Glienicker Brücke an der Grenze von West-Berlin nach Potsdam wurde seit den 60er Jahren von Sowjets und Amerikanern zum Austausch ihrer Agenten genutzt. Das historische Bauwerk bot dafür ideale Voraussetzungen, befand es sich doch in völliger Abgeschiedenheit am Mauerstreifen.

          Im Morgengrauen

          Den Auftakt machte der Austausch der beiden Spione Francis Gary Powers und Rudolf Iwanowitsch Abel. Im Morgengrauen des 10. Februar 1962 überquerte zunächst Powers die Brücke über die Havel nach Berlin, sechs Minuten später passierte Abel die Grenze in umgekehrter Richtung. Es dauerte bis zur Arä des letzten sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow, bis sich dieses Schauspiel wiederholte: Am 12. Juni 1985 um 12.00 Uhr mittags passierten 23 Agenten der amerikanischen Geheimdienste sowie vier Mitarbeiter östlicher Geheimdienste die Brücke.

          Die spektakulärste Austausch-Aktion ging acht Monate später über die Bühne: Unter den Augen der Weltöffentlichkeit - Hunderte von Journalisten waren vor Ort - wurde der sowjetische Dissident Anatoli (Nathan) Scharanski, heute Minister für Jerusalem in Israel, am 11. Februar 1986 über die Glienicker Brücke in den Westen entlassen. Überschattet war die Aktion vom Streit darüber, ob Scharanski als Bürgerrechtler oder Spion in den Westen wechselt. Er wurde schließlich vom DDR-Unterhändler Wolfgang Vogel im eigenen Pkw zum jenem weißen Strich gebracht, der die Grenze markiert.

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