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Geberkonferenz : Afghanistan erhält Hilfszusagen in Milliardenhöhe

  • Aktualisiert am

Internationale Gelder sollen Afghanistans Zukunft sichern Bild: AP

Die internationale Gemeinschaft hat Afghanistan rund 3,4 Milliarden Euro für den Wiederaufbau zugesagt.

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          Die internationale Gemeinschaft hat Afghanistan rund 3,4 Milliarden Euro an Wiederaufbauhilfe zugesichert. Die Delegation der afghanischen Übergangsregierung zeigte sich „begeistert“. Regierungschef Hamid Karsai forderte die Geberländer auf, den Worten Taten folgen zu lassen und die Auslandsschulden seines Landes zu streichen.

          Vertreter von rund 60 Staaten und mehr als 20 internationalen Organisationen beraten in Tokio über einen umfassenden Wiederaufbauplan für Afghanistan. Nach jüngsten Schätzungen der Weltbank werden dafür in den nächsten zehn Jahren rund 16,8 Milliarden Euro benötigt, davon ein Drittel in den kommenden zweieinhalb Jahren.

          Wieczorek-Zeul: "Zusagen werden eingehalten"

          Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) sprach in Tokio von einem „großen politischen Erfolg bei der Stabilisierung des Friedens- und Demokratisierungsprozesses in Afghanistan“. Sie sei sicher, dass die Zusagen eingehalten werden. Schwerpunkt der deutschen Hilfe ist nach Angaben von Wieczorek-Zeul der Wiederaufbau von Schulen, die Errichtung eines unabhängigen Rechtssystems und die Wiederherstellung der Rechte der Frauen.

          Karsai bei seiner Ankunft in Tokio

          Nach den Worten von EU-Außenkommissar Chris Patten stellt die EU-Kommission noch in diesem Jahr 200 Millionen Euro bereit. Damit beläuft sich die von der Europäischen Union zugesagte Hilfe in diesem Jahr auf insgesamt 550 Millionen Euro. Zwischen 2002 und 2006 strebe die EU einen Beitrag von ungefähr einer Milliarde Euro an, um „das lange Leiden der Menschen zu beenden“, sagte Patten.

          Die Vereinigten Staaten sagten für dieses Haushaltsjahr 296 Millionen Dollar zu, in Ergänzung zu den veranschlagten 400 Millionen Dollar an humanitärer Hilfe. Japan ist bereit, über die nächsten zweieinhalb Jahre bis zu 500 Millionen Dollar zu zahlen. Saudi-Arabien versprach über die nächsten drei Jahre 220 Millionen Dollar.

          Afghanische Verwaltung vor Bankrott

          Die Konferenz in der japanischen Hauptstadt gilt auch als erste Möglichkeit für die seit Ende Dezember amtierende Übergangsregierung, ihre Vorstellungen über einen Neuanfang für Afghanistan der Weltöffentlichkeit vorzustellen. "Ich stehe hier als der Bürger eines Landes, das so viele Jahre lang nichts als Desaster, Krieg, Brutalität und Verderben kannte“, sagte Karsai vor den internationalen Vertretern.

          Karsai erinnerte an die Not in seinem Land. Damit die vor dem Bankrott stehende Verwaltung ihre Handlungsfähigkeit behalte, müssten auch die Schulden aus der Taliban-Zeit erlassen werden. Den Geberländern versprach Karsai, verantwortlich mit den Geldern umzugehen und die Korruption zu bekämpfen.

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