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Gaza : Palästinenser töten elf mutmaßliche Kollaborateure

  • Aktualisiert am

Diese Männer werden der Zusammenarbeit mit Israel verdächtigt Bild: REUTERS

Der Gaza-Konflikt spitzt sich wieder zu: Die Hamas kündigt neue Angriffe an, Israel bombardiert weiterhin Ziele im Gazastreifen. Dort werden mutmaßliche Kollaborateure hingerichtet.

          Nach der Tötung dreier Hamas-Kommandeure durch die israelische Armee drohen Israel und die Palästinenser einander mit neuer Gewalt. Hamas-Chef Ismail Hanija kündigte an, Israel werde „für seine Verbrechen einen hohen Preis zahlen“. Die Kassam-Brigaden, der bewaffnete Arm der Hamas, seien nun stärker, als der Feind es sich vorstelle, sagte Hanija in der Nacht zum Freitag.

          Militante Palästinenser töteten elf Männer, die mit Israel zusammengearbeitet haben sollen, wie die palästinensische Nachrichtenagentur Maan am Freitag berichtete. Bereits am Vortag hatte die radikal-islamische Hamas drei mutmaßliche Kollaborateure im Gazastreifen getötet.

          „Warnsignal“ an die Hamas

          Eine Sprecherin der israelischen Armee sagte am Freitag, Israel werde den Gazastreifen „entsprechend der Notwendigkeit“ weiter angreifen. Die drei Militärchefs Mohammed Abu Schimala, Raed al Attar und Mohammed Barhum waren am Donnerstagmorgen bei einem Angriff in Rafah getötet worden. Seitdem seien mehr als 130 Raketen auf Israel abgefeuert worden, sagte eine Militärsprecherin am Freitagvormittag. Israel habe in derselben Zeit rund 50 Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen geflogen, zehn davon in der Nacht zum Freitag.

          Zuschauer der öffentlichen Hinrichtung der Kollaborateure

          Dabei seien am Freitagmorgen vier Menschen getötet worden, berichtete die Nachrichtenagentur Maan. Unter den Toten sei auch ein 14 Jahre alter Junge. Am Donnerstag seien bei israelischen Luftangriffen 34 Menschen gestorben, sagte ein Sprecher des palästinensischen Gesundheitsministeriums in Gaza.

          Als „Warnsignal“ an die Hamas hatte Israel am Donnerstag 10.000 Reservisten eingezogen. Medienberichten zufolge ist die israelische Armee in erhöhter Alarmbereitschaft. Man befürchte Vergeltungsmaßnahmen der Hamas für die Angriffe auf ihre Kommandeure. Ein Sprecher der israelischen Armee, sagte, Israel sei „immer auf den Extremfall vorbereitet“. Eine erhöhe Spannung wollte er jedoch nicht bestätigen.

          Deutschland, Frankreich und Großbritannien setzen sich für eine UN-Beobachtermission im Gazastreifen ein. Die Resolution soll eine Öffnung der Grenzen zum Gazastreifen beinhalten, aber auch Sicherheitsgarantien für Israel enthalten. Die EU will sich demnach stärker in Gaza engagieren. Eine militärische Mission ist allerdings nicht vorgesehen; Blauhelm-Soldaten würden nicht stationiert. Auch die Vereinigten Staaten sollen sich nach Medienberichten der Initiative angeschlossen haben.

          Die Gesamtzahl der Toten seit Beginn der israelischen Militäroffensive am 8. Juli stieg nach palästinensischen Angaben auf mehr als 2080. Mehr als 10.000 Menschen seien verletzt worden. Auf israelischer Seite kamen 64 Soldaten und 3 Zivilisten ums Leben, Hunderte wurden verletzt.

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