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Gaucks Verzicht : Genießt das Leben!

Bundespräsident Gauck hat den Verzicht auf eine zweite Amtszeit mit seinem fortgeschrittenen Alter begründet. Die Freiheit darf er sich nehmen.

          Das Alter, das Alter: Es war erwartet worden, dass der Bundespräsident einen Verzicht auf eine abermalige Kandidatur mit der Zahl seiner Lebensjahre begründet. Schließlich hatte er schon in den vergangenen Jahren immer wieder darauf abgehoben – mit Recht. Gauck hat schließlich tatsächlich viel erlebt.

          Was aber nicht nur an der Zahl der Jahre hängt. Gauck sagt, dass es ihm gut geht. Er könne nur nicht garantieren, dass das in fünf Jahren auch noch so sei. Aber wer kann das schon?

          Auch ein 46 Jahre alter Mann weiß schließlich nicht, was morgen sein wird. Der Präsident will loslassen, das ist für ihn eine „ganz individuelle, ganz persönliche Frage“. Und wer würde das nicht verstehen: Die Freiheit nimmt er sich.

          Das passt allenfalls nicht ganz zu dem heute permanent gepredigten „40 ist das neue 20“-Gefühl.  Altersdiskriminierung darf nicht sein. Alte sollen nicht ausgemustert werden.

          Aber man soll sie nicht mehr in die Pflicht nehmen. Auch das ist Gaucks Botschaft: Bleibt nicht kleben, genießt das Leben. So ernst ist die Lage nun auch wieder nicht. Das sollte auch in der Nachfolgedebatte bedacht werden. Das Amt des Bundespräsidenten ist kein Karriereposten

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“, „Staat und Recht“ sowie Frankfurter Allgemeine Einspruch.

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