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Gauck, Merkel und Israel : Die Scheu vor der Staatsräson

Der Bundespräsident will zum Einstehen Deutschlands für die Sicherheit Israels nichts anderes gesagt haben als die Bundeskanzlerin. Warum sagte er dann etwas anderes?

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          Der Bundespräsident hätte sagen können: Ja, so ist es. Gauck aber mied nicht nur die üblichen Formeln, die Übereinstimmung signalisieren sollen, sondern auch das Wort selbst, mit dem die Kanzlerin die Zukunft Israels und Deutschlands auf das engste verknüpft hat: Israels Sicherheit sei Teil der deutschen Staatsräson. Weil ein Präsident wie Gauck nicht auf Gebrauchtworte zurückgreift?

          Die Frage, wie er zu Frau Merkels Festlegung stehe, wehrte Gauck mit dem Satz ab, er wolle sich nicht jedes Szenario ausdenken, das die Kanzlerin „in enorme Schwierigkeiten“ bringe, ihren Satz „politisch umzusetzen“. Das legt nahe, dass der Präsident schon einmal über solche Szenarien nachgedacht hat. Denn Frau Merkels Äußerung ist nicht weniger als ein Beistandsversprechen für den Kriegsfall (Iran). Der deutschen Öffentlichkeit scheint die Tragweite dieses Versprechens aber immer noch nicht klar zu sein. Gauck hat für einen Moment den Schleier gelüftet - um danach die Kanzlerin und Israel mit der beunruhigenden Erklärung zu beruhigen, er habe nur „das Gleiche“ wie die Kanzlerin ausdrücken wollen.

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