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Gauck in Rostock : Ehrenbürger trotz Linkspartei

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Joachim Gauck während der Festveranstaltung zur Verleihung der Ehrenbürgerwuerde in der Rostocker Marienkirche Bild: dapd

Er war einer der zentrale Figuren bei der friedlichen Revolution in der DDR. Nun wurde Bundespräsident Gauck für seine Verdienste zum Ehrenbürger der Hansestadt ernannt - die Stimmen der Linkspartei hatte die Bürgerschaft dafür nicht.

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          Im Herbst 1989 stand Joachim Gauck, damals noch als Pfarrer, in der Rostocker Marienkirche und sprach den Menschen Mut zu. Es waren die Monate des politischen Umbruchs. Gauck wurde zu einer zentralen Figur der friedlichen Revolution an der Ostsee. Mehr als zwanzig Jahre später ist der mittlerweile zum Bundespräsidenten gewählte Gauck am Donnerstag in eben dieser Marienkirche zum Ehrenbürger der Stadt Rostock ernannt worden.

          „Ich finde es schön, dass Sie mich an eine Zeit erinnert und dafür geehrt haben, die die größte meines Lebens war“, sagte Gauck bei einem Festakt vor rund 900 Personen. Viele Jahre war Gauck als Pfarrer in Rostock tätig, nach der Wiedervereinigung wurde er Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde. Gauck erhielt die höchste Würdigung der Stadt „für seinen hohen persönlichen Mut und sein Engagement für Demokratie und Freiheit“. „Deine Rolle, lieber Joachim Gauck, bestand in einem unverwechselbaren Sprachrohr der Erniedrigten, die den aufrechten Gang übten“, sagte Gaucks Rostocker Weggefährte Christoph Kleemann.

          Gauck ist nach dem jüdischen Historiker Yaakov Zur und dem inzwischen gestorbenen Schriftsteller Walter Kempowski (1929 - 2007) der dritte Rostocker Ehrenbürger seit 1990. Die Ernennung des Bundespräsidenten war im April von der Bürgerschaft beschlossen worden, allerdings ohne die Stimmen der Linkspartei. Deren Spitze blieb dem Festakt am Donnerstag auch fern. Die Initiative zur Ehrenbürgerschaft hatten Rostocker Bürger lange vor der Wahl Gaucks zum Bundespräsidenten ergriffen.

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