https://www.faz.net/-gpf-2se2

G8-Gipfel : Wieder schwere Krawalle in Genua

  • Aktualisiert am

Blumen am Tatort von Freitag Bild:

Auch am zweiten Tag der Proteste gegen den G8-Gipfel in Genua ist es am Samstag zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen.

          1 Min.

          Gewalt auf den Straßen von Genua hat auch den zweiten Tag des G8-Gipfels in der italienischen Hafenstadt beherrscht. Aus der Deckung von etwa 60.000 friedlichen Demonstranten heraus randalierten auch am Samstag militante Globalisierungsgegner und lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei.

          Die etwa 15.000 aufgebotenen Polizisten setzten Wasserwerfer ein und feuerten mit Tränengasgranaten. Wieder gab es Verletzte. Italienische Medien berichten von 80 Verwundeten, unter ihnen sieben Polizisten. Zehn Mitglieder einer anarchistischen Gruppe wurden festgenommen. Nachdem sich zwischenzeitlich die Lage beruhigt hatte, wurde das Schlachtfeld am Hafen sichtbar: brennende Autos, eine mit Steinen übersäte Straße und eine völlig verwüstete Ladenzone. Ein stechender Geruch lag in der Luft - ein Gemisch aus Rauch und Tränengas. Das Schlachtfeld hat einen Namen, der bittere Ironie in sich birgt: Piazzale Martin Luther King. Die sich zurückziehenden Demonstranten schimpften die Polizei „Mörder“.

          Ermittlungen gegen Polizisten

          Nach dem Tod eines Demonstranten am Freitag muss mindestens ein Militärpolizist mit einer Anklage wegen Totschlages rechnen. Gegen den Beamten, der gezielt auf den 23-jährigen Carlo Giuliani schoss, sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, sagte Staatsanwalt Luigi Meloni am Samstag. Er fügte an, dass am Freitag mehrere mit Schlaginstrumenten ausgerüstete Demonstranten den mit drei Beamten besetzten Polizeiwagen angegriffen hätten. Ein Polizist sei dabei schwer verletzt worden. Aus dem Wagen seien offenbar mehrere Schüsse abgegeben worden, von denen einer Giuliani traf.

          Was dem zweiten Beamten zur Last gelegt werde, könne erst nach einer Autopsie des Opfers gesagt werden. Durch Zeugenvernehmungen seien zudem noch die genauen Umstände zu klären. Fotos in der italienischen Presse zeigen den mit einer Maske vermummten Giuliani, als er mit einem Feuerlöscher auf den Polizeiwagen zustürmt; ein Beamter zielt auf ihn. Anschließend wird der 23-jährige auf dem Boden liegend von dem Wagen überrollt.

          Vier Deutsche unter den Festgenommenen

          Bei den Krawallen hatten sich am Freitag auch eine Demonstrantin und ein Carabinieri schwerste Verletzungen zugezogen. Zahlreiche andere erlitten leichte bis schwere Verletzungen. Nach Angaben der Polizei wurden 67 Menschen festgenommen, darunter 49 Italiener, sechs Franzosen, vier Deutsche, vier Spanier, zwei Schweizer, ein Amerikaner und ein Grieche. Ihnen werden versuchter Totschlag, verbotener Waffenbesitz sowie das Werfen gefährlicher Gegenstände vorgeworfen.

          Weitere Themen

          Pilger dürfen nicht mehr nach Mekka Video-Seite öffnen

          Coronavirus : Pilger dürfen nicht mehr nach Mekka

          Saudi-Arabien schließt als Schutzmaßnahme gegen das Coronavirus seine Grenzen vorläufig für Pilger. Muslimische Gläubige, die nach Mekka reisen wollen, erhalten vorerst keine Visa mehr.

          Topmeldungen

          Eine Frau trägt vor einer Apotheke eine Mund- und Nasenmaske.

          Liveblog zu Coronavirus : Erste Fälle in Hessen und Hamburg

          Insgesamt 22 Neuinfizierte in sechs Bundesländern +++ Kuriose Vorgaben bei Ski-Weltcup +++ Erste Infektionen in Neuseeland und Litauen +++ Schwarzer Tag an der Wall Street +++ Alle Entwicklungen im Liveblog.
           Unsere Autorin: Jessica von Blazekovic

          F.A.Z.-Newsletter : Der Beginn einer Epidemie

          In Deutschland steigt die Anzahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen immer weiter. In Hanau werden zwei weitere Opfer des rassistischen Anschlages beigesetzt. Alles was wichtig ist, steht im F.A.Z.-Newsletter für Deutschland.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.