https://www.faz.net/-gpf-uu5e

Einsatzleiter Abramowski : „Es bleibt bei Deeskalation“

  • Aktualisiert am

„Friedliche Demonstranten dürfen gewaltbereiten Personen keinen Schutz bieten” Bild: dpa

Knut Abramowski, Führer der Polizeisonderorganisation „Kavala“ koordiniert beim G-8-Gipfel die Arbeit von 16.000 Polizisten. In der F.A.Z. spricht er über die Polizeistrategie bei den Protesten.

          Knut Abramowski, Führer der Polizeisonderorganisation „Kavala“, arbeitet seit 33 Jahren bei der Polizei. Der 54 Jahre alte Chef der Polizeidirektion Rostock wollte eigentlich Pastor werden. Um sich Geld für das Theologiestudium zu verdienen, jobbte er bei der Polizei - und blieb. Im vergangenen Jahr war er schon für den Polizeieinsatz beim Bush-Besuch in Mecklenburg-Vorpommern, der politischen Heimat von Angela Merkel, zuständig. Beim G-8-Gipfel koordiniert er die Arbeit von 16.000 Polizisten.

          Herr Abramowski, was ist am Samstag falsch gelaufen?

          Die Polizei hat das Einsatzziel erreicht, die friedliche Versammlung zu schützen. Die Abschlusskundgebung konnte auch nach den schweren Ausschreitungen fortgesetzt werden. Das Prinzip der Deeskalation wurde durchgehalten - unter hohem persönlichen Einsatz der Beamten.

          Was muss die Polizei ändern, wenn der Gipfel jetzt beginnt?

          Die Ergebnisse der Nachbereitung des Einsatzes am 2. Juni fließen in die Einsätze der nächsten Tage ein. Ziel ist es, deeskalierend aufzutreten, friedlichen Demonstranten ihr Grundrecht auf Versammlungsfreiheit zu garantieren und gewalttätige Störungen mit niedriger Eingreifschwelle zu unterbinden.

          Ist es überhaupt möglich, friedliche Demonstranten von gewaltbereiten zu trennen?

          Die Erfahrungen vom Samstag haben gezeigt, dass die friedlichen Demonstranten gewaltbereiten Personen keinen Schutz bieten dürfen. Friedliche Demonstranten müssen sich von Straftätern separieren. Das Prinzip der Deeskalation der Polizei und der Einsatz der Konfliktmanager der Polizei tragen hierzu bei. Bei der Veranstaltung am Samstag sind 2500 gewalttätige Personen festgestellt worden. Bei der Versammlung am Montag waren ebenfalls 2500 Gewalttäter anwesend. Die Strategie der Deeskalation hat erreicht, dass es keinen weiteren Zulauf zu der Gruppe der Gewalttäter gab. Solidarisierungen zwischen friedlichen Demonstranten und gewalttätigen Störern haben nicht stattgefunden.

          Weitere Themen

          Manchmal liegt das Glück ganz nah

          An Scholz’ Seite : Manchmal liegt das Glück ganz nah

          Das Rennen um den SPD-Vorsitz geht weiter: Wofür die Kandidatin an Scholz’ Seite steht – und wieso der erfolgsverwöhnte Niedersachse Stephan Weil plötzlich beschädigt ist.

          Topmeldungen

          Jeder hat sein Kreuz zu tragen: Matteo Salvini am Strand auf Sizilien.

          Italienische Regierung : Ohne den Segen des Papstes

          Italiens Innenminister Salvini gibt sich gerne als gläubiger Christ. Damit hat er den Zorn Franziskus’ auf sich gezogen – und am Ende auch den des scheidenden Ministerpräsidenten Conte.

          An Scholz’ Seite : Manchmal liegt das Glück ganz nah

          Das Rennen um den SPD-Vorsitz geht weiter: Wofür die Kandidatin an Scholz’ Seite steht – und wieso der erfolgsverwöhnte Niedersachse Stephan Weil plötzlich beschädigt ist.
          Der Charging Bull, eine Bronzestatue im Financial District in Manhattan, New York.

          Amerikas Wirtschaft : Das Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen?

          Amerikas Manager-Elite gibt sich neue Prinzipien: Sie will Aktionäre nicht mehr über alles andere stellen. Ihre eigene Vergütung dagegen ist bisher kein Thema.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.