https://www.faz.net/-gpf-842tc

Wegen G-7-Protesten : München und Garmisch-Partenkirchen tabu für amerikanische Soldaten

  • Aktualisiert am

Teilnehmer eines Protestcamps gegen den G-7-Gipfel laden auf einer Wiese in Garmisch-Partenkirchen ihre Campingsachen aus. Bild: dpa

Amerikanische Militärangehörige dürfen in den kommenden Tagen nicht in die Nähe der erwarteten G-7-Proteste in Bayern reisen – das haben die Streitkräfte verfügt. Für die Soldaten gelten auch strenge Verhaltensregeln.

          1 Min.

          Wegen der erwarteten Proteste gegen den G-7-Gipfel hat es das amerikanische Militär Soldaten und ihren Angehörigen untersagt, am Wochenende nach München oder Garmisch-Partenkirchen zu fahren. Die vergangene Woche vom Europäischen Kommando der amerikanischen Armee verhängten Reisebeschränkungen betreffen München am morgigen Donnerstag und Garmisch-Partenkirchen am Sonntag und Montag, während im nahe gelegenen Elmau das G-7-Treffen stattfindet. In München beginnt heute der zweitägige "Gipfel der Alternativen".

          Anti-Terror-Experten des Militärs warnen einem internen Schreiben zufolge vor möglichen Gewaltakten und betonen, dass tausende Demonstranten erwartet werden, darunter "Globalisierungskritiker und andere Aktivisten". Auch Familienangehörigen amerikanischer Soldaten wird dringend geraten, die Gebiete zu vermeiden.

          Das Militär rief Armeeangehörige dazu auf, wachhaft zu sein und "verdächtige Aktivitäten" sofort zu melden.

          Eine Liste mit Verhaltensregeln, die das Militär Mitte Mai veröffentlichte, drängt ebenfalls zur Vorsicht und Zurückhaltung. Darin werden unter anderem folgende Ratschläge erteilt:

          • Demonstrationen vermeiden, da sie kurzfristig in Gewalt umschlagen können, selbst mit wenigen Provokateuren
          • Sich nicht in Diskussionen oder Streit verwickeln lassen mit Menschen, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen
          • Keine Messer, Baseballschläger, Pfefferspray oder ähnliches am Körper tragen oder im Auto haben, denn bei Kontrollen droht Festnahme durch die deutsche Polizei
          • Keine Uniformen in der Öffentlichkeit tragen, keine Militärausweise im Auto liegen lassen
          • Möglichst nicht lautstark Englisch sprechen, um keine Aufmerksamkeit zu erregen
          • Keine Informationen über Militärinterna und Sicherheitsmaßnahmen ausplaudern, auch nicht in sozialen Netzwerken wie Facebook
          • Das Auto umparken und die Fensterläden schließen, falls man in der Nähe einer Demonstrationsroute wohnt

          Garmisch-Partenkirchen ist ein wichtiger Standort der amerikanischen Armee in Deutschland. Anfang des Jahres hatte das Militär angekündigt, im Zuge von Truppenverlegungen eine Artillerie-Kaserne zum größten Teil aufzugeben.

          G-7-Konferenz : Vorbereitungen auf Gipfel in Elmau

          Weitere Themen

          Fast zurück in der Normalität

          Lockerungen in der Schweiz : Fast zurück in der Normalität

          Die Schweiz schafft die Quarantänepflicht für Einreisende aus anderen Schengen-Mitgliedstaaten ab. Wer ein Impfzertifikat vorweisen kann, darf künftig auch ohne Maske Discotheken, Clubs und Konzerte besuchen.

          Angela Merkels letzte Befragung Video-Seite öffnen

          Im Bundestag : Angela Merkels letzte Befragung

          Bei ihrer Befragung im Bundestag hat Bundeskanzlerin Angela Merkel unter anderem das ungarische Gesetz deutlich kritisiert, das Materialien über Homosexualität und Geschlechtsumwandlungen an Schulen zensiert.

          Topmeldungen

          2:2 gegen Ungarn : Ein denkwürdiges deutsches Drama

          Es ist ein Abend des puren Nervenkitzels: Lange droht dem DFB-Team ein Debakel wie bei der WM. Der eingewechselte Leon Goretzka verhindert das EM-Vorrundenaus mit dem späten Ausgleich gegen Ungarn.
          Britney Spears will sich mit nunmehr 39 Jahren von der Vormundschaft ihres Vaters befreien. (Archivbild von 2019)

          Anhörung vor Gericht : Britney Spears fordert Ende von Vormundschaft

          Seit 13 Jahren verwaltet ihr Vater als Vormund das Vermögen von Popstar Britney Spears. Nun äußerte sich die 39-Jährige vor einer Richterin zu dieser Situation: Sie sei nicht glücklich, deprimiert, vor allem aber wütend.
          Hoffnung auf Herdenimmunität: Menschen in der Fußgängerzone der Münchener Innenstadt

          Neue RKI-Zahlen : Immer mehr Delta-Infektionen

          Die Inzidenzen sinken weiter. Doch laut RKI hat sich der Anteil der Delta-Variante bei den Neuinfektionen seit vergangener Woche fast verdoppelt. Dennoch: Die Bundesländer bleiben gelassen.
          Der Berliner Erzbischof Heiner Koch am 29. Januar bei der Vorstellung des Missbrauchsgutachtens für das Erzbistum Berlin

          Missbrauch im Erzbistum Berlin : Ein Erzbischof ringt um Worte

          Die Beschäftigung mit dem Trauma sexualisierter Gewalt höre nie auf, berichtet ein Opfer. Sie müsse sich dafür rechtfertigen, für die Kirche zu arbeiten, berichtet eine Seelsorgerin. Eine Anhörung in Berlin erschüttert Erzbischof Koch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.