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Lob und Tadel für G 7 : Nabu: Die Klimakanzlerin ist wieder da

  • Aktualisiert am

Gipfel-Gastgeberin: Bundeskanzlerin Angela Merkel Bild: AFP

„Elmau hat geliefert“, lobt Greenpeace. Die Klimakanzlerin sei wieder da, findet der Naturschutzbund. Doch der Bund für Umwelt und Naturschutz sieht das Abschlusskommuniqué weitaus kritischer.

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          Die deutschen Umweltschutzorganisationen bewerten die Ergebnisse des G-7-Gipfels zur Klimapolitik unterschiedlich. „Elmau hat geliefert“, lobte der Greenpeace-Energiefachmann Tobias Münchmeyer am Montag nach dem Abschluss des Treffens im Schloss Elmau. Die Vision einer globalen Energiewende hin zu hundert Prozent erneuerbaren Energien habe deutlich an Konturen gewonnen, so Münchmeyer. „Mit ihren Beschlüssen stimmen die G7 endgültig den Abgesang auf die Kohle an.“ Es müsse nun aber die „Hintertür für gefährliche Scheinlösungen“ verriegelt werden. Dazu zählt Greenpeace die Nutzung der Atomenergie.

          Für den Naturschutzbund Deutschland (Nabu) erklärte dessen Präsident Olaf Tschimpke: „Es ist ein wichtiges Signal für den internationalen Klimaschutz, dass die G-7-Länder vor Ablauf des Jahrhunderts den Ausstoß von Treibhausgasen auf Null reduzieren wollen. Angela Merkel hat auf internationaler Bühne ihre Rolle als Klimakanzlerin wieder angenommen und sich gegen den Widerstand ihrer Kollegen mit einem klaren Statement für den Klimaschutz durchgesetzt. Diese Rolle muss Kanzlerin Merkel nun national mit Glaubwürdigkeit füllen: Die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft geht nur mit der naturverträglichen Energiewende und wenn die fossilen Energieträger im Boden bleiben.“

          „Dem Ernst der Lage nicht gerecht“

          Die Entwicklungsorganisation Oxfam kommentierte, die G-7-Staaten hätten beim Klimaschutz einen „Schritt vorwärts gemacht“ und ein Ende des fossilen Energiezeitalters in Aussicht gestellt. „Dies steht jedoch in scharfem Kontrast zu dem, was die einzelnen Mitgliedstaaten für die Pariser Klimakonferenz bislang an nationalen Zielen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen auf den Tisch gelegt haben.“

          Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisierte, die Aussagen des Abschlusskommuniqués zum Klimaschutz und zum Schutz der Gesundheit blieben weit hinter den Erfordernissen zurück. Die auch diesmal wiederholte Ankündigung, die Erderwärmung unter zwei Grad Celsius halten zu wollen, widerspreche dem tatsächlichen Handeln der G-7-Staaten. „Die G-7-Industrieländer sind für ein Viertel der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich, der Ausstieg aus fossilen Energien wurde jedoch vertagt“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. „Das wird dem Ernst der Lage nicht gerecht.“

          Weiger kritisierte insbesondere die Vereinigten Staaten, die mittels Fracking mehr Öl und Gas förderten als je zuvor. Und wenn Deutschland bei der Stromerzeugung weiterhin so stark auf Braunkohle setze, werde es das Ziel einer 40-prozentigen Verringerung seiner CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 verfehlen. „Die G-7-Staaten riskieren den Abschluss des geplanten Pariser Klimaabkommen, indem sie keine konkreten Zusagen zum Ausstieg aus fossilen Energien machen“, sagte Weiger. „Kommt von den G 7 in nächster Zeit nicht mehr als die unverbindliche Elmauer Absichtserklärung, ist das Klimaabkommen von Paris in Gefahr. Künftig drohen noch extremere Hochwasser, Gletscherschmelzen, Hurrikans, Dürren, Hungersnöte und Flüchtlingsströme. Die G-7-Staaten müssen sich fragen lassen, warum sie nichts dagegen getan haben.“

          Dieselbe Frage stelle sich auch bei den auf dem G-7-Gipfel besprochenen Antibiotikaresistenzen. „Eine Schlappe für den Gesundheitsschutz bedeutet es, dass die Regierungschefs keine konkreten Maßnahmen zur Senkung des Antibiotikaeinsatzes in der Fleisch- und Fischerzeugung beschlossen haben. In der Massentierhaltung in Deutschland werden wie in vielen G-7-Staaten mehr als doppelt so viele Antibiotika wie in der Humanmedizin eingesetzt. In den USA sind Antibiotika in der Tiermast sogar prophylaktisch und zur Wachstumsbeschleunigung erlaubt. Um die Verbraucher vor Antibiotikaresistenzen zu schützen, müssten die Regierungen den Einsatz von Antibiotika in Tierhaltungen streng reglementieren.“

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