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G-7-Gipfel ohne Putin : Vielleicht das einzige Mittel

  • -Aktualisiert am

Nicht in Biarritz dabei: Russlands Präsident Putin empfängt den Staatschef von Mocambique im Kreml. Bild: EPA

Die Man-muss-mit-Russland-reden-Theorie hat viele Anhänger – auch hierzulande. Trotzdem ist es richtig, dass Deutschland, Frankreich und Großbritannien dagegen sind, die G-7-Gruppe wieder um Russland zu erweitern.

          Trump ist nicht der Erste, der die Man-muss-mit-Russland-reden-Theorie vertritt. Auch in Deutschland hat sie viele Anhänger. Die Argumentation geht so: Weil Russland Teil vieler Probleme auf der Welt sei, müsse man es zum Teil der Lösung machen. Und das gehe nur, wenn man sich mit Putin an einen Tisch setze. Leider hat das bisher nie so recht funktioniert. In Wahrheit ist Russland oft Urheber von Problemen; und es gibt aus jüngerer Zeit kein nennenswertes Beispiel dafür, dass Gespräche mit dem Kreml, an denen nun wirklich kein Mangel herrscht, zu dauerhaften Lösungen geführt hätten.

          Deshalb ist es richtig, dass Deutschland, Frankreich und Großbritannien dagegen sind, die G-7-Gruppe wieder um Russland zu erweitern. Putin würde das ohnehin nicht als Anreiz verstehen, denn große Entscheidungen haben diese Gipfel nie hervorgebracht. Wichtiger sind die Sanktionen, weil die eine Belastung für Russland sind. Genau deshalb sollte man sie nicht aufheben. Sie sind vielleicht das einzige Mittel, um Moskau doch irgendwann zu einem ernsthaften Gespräch über die Ostukraine zu bewegen.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

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