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G-7-Gipfel in Kanada : Trump kommt erst zu spät – reist dafür aber früher ab

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Donald Trump am Samstag bei einer Pressekonferenz im kanadischen La Malbaie Bild: AP

Missachtung auf ganzer Linie: Erst erscheint Amerikas Präsident zu spät beim Arbeitsfrühstück der G7, dann verlässt er den Gipfel auch noch vorzeitig. Doch seine Beziehung zu „Angela, Emmanuel und Justin“ hält Trump für „großartig“.

          Er hat den G-7-Gipfel mehr als fünf Stunden vor dem offiziellen Ende verlassen: Der amerikanische Präsident Donald Trump reiste verfrüht aus dem Gipfelort La Malbaie ab – ohne eine Annäherung beim Hauptstreitpunkt Handel. An der Sitzung zum zweiten großen Streitthema Klimaschutz nahm Trump damit nicht mehr teil, weil er schon nach Singapur reisen wollte, wo er sich am Dienstag mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un treffen will.

          Ob es angesichts der Differenzen zwischen den Vereinigten Staaten und den anderen G-7-Partner überhaupt eine gemeinsame Abschlusserklärung geben würde, war zunächst unklar. Trumps verfrühte Abreise wurde aber als Zeichen der Missachtung der G7 gedeutet. Trump selbst lobte das Treffen. „Wir haben einen unglaublich erfolgreichen G-7-Gipfel abgeschlossen“, sagte er kurz vor seiner Abreise.

          Auch sein Verhältnis zu den anderen Staats- und Regierungschefs wie Bundeskanzlerin Angela Merkel bewertete er positiv. Auf einer Skala von 1 bis 10 würde er die Beziehung zu „Angela und Emmanuel und Justin“ mit einer 10 bewerten, sagte er, auch mit Blick auf den französischen Präsidenten Emmanuel Macron und den kanadischen Ministerpräsidenten und Gastgeber des G-7-Gipfels Justin Trudeau. „Wir haben eine großartige Beziehung“, sagte Trump. Die Schuld am aktuellen Handelsstreit und anderen inhaltlichen Differenzen gab er der Politik seiner Vorgänger.

          17 Minuten Verspätung

          Trump reiste am Samstag aber nicht nur deutlich vor dem offiziellen Ende des Gipfels ab, er war am Morgen bereits mit 17 Minuten Verspätung zu einem Arbeitsfrühstück erschienen. Der Gastgeber, Kanadas Regierungschef Justin Trudeau, hatte die Sitzung zu diesem Zeitpunkt schon eröffnet. Am Vortag war der amerikanische Präsident zudem mit Verspätung zu dem Gipfel eingetroffen.

          Am Samstag verließ Trump das Luxushotel „Manoir Richelieu“ mit seiner Wagenkolonne dann gegen 10 Uhr, um nach Singapur zu fliegen. Vor dem historischen Treffen mit Kim Jong-un zeigte sich Trump zuversichtlich. Er sagte, er sei davon überzeugt, dass Kim etwas Positives für sein Volk erreichen wolle. Die koreanische Halbinsel müsse von Atomwaffen befreit werden. Seine Reise nach Singapur zu dem für Dienstag geplanten Treffen sei eine „Friedensmission“.

          Er schätze die bisherigen Bemühungen Kims, sagte Trump. Zugleich machte er deutlich, dass er auch bereit sei, das Treffen wieder zu verlassen. Er werde „binnen einer Minute“ wissen, ob Kim ernsthaft bereit sei, seine Waffen aufzugeben. Das Treffen sei für Nordkoreas Machthaber eine „einmalige Chance“.

          Trump warb vor seiner Abreise nach Singapur auch für die Wiederaufnahme Russlands in die Gruppe führender Industrienationen. Es wäre gut für Russland und gut für die Vereinigten Staaten, spreche man doch über den Weltfrieden, sagte der amerikanische Präsident. Die Gruppe sei bedeutsamer, wenn Russland dabei sei.

          Streitpunkt Russland

          Trump hatte eine Wiederaufnahme Russlands am Freitag, kurz vor seiner Abreise nach Kanada, aufgebracht. Die G7 hätten darüber diskutiert, sagte Trump am Samstag. Bereits am Freitag hatten die anderen Staats- und Regierungschefs aber zum Ausdruck gebracht, dass sie Trumps Vorschlag nicht unterstützen. Die Bundesregierung lehnt eine Rückkehr Russlands ab, solange sich die Lage in der Ukraine nicht entspannt. Italiens neue Regierung signalisierte hingegen am Samstag, dass sie sich so bald wie möglich wieder G-8-Treffen mit Russland wünsche.

          Russland war 2014 wegen der Annexion der Krim aus den G8 ausgeschlossen worden. Seitdem kommen nur noch die Vereinigten Staaten, Kanada, Deutschland, Japan, Frankreich, Großbritannien und Italien zu den Gipfeltreffen zusammen. Trump sagte, es sei die Schuld seines Vorgängers Barack Obama, dass die Krim verloren gegangen sei. Russlands Präsident Wladimir Putin nannte er nicht.

          Russlands Außenminister Sergej Lawrow reagiert am Samstag auf die Debatte um eine Wiederaufnahme Russlands. Im russischen Staatsfernsehen sagte er, Moskau strebe keine Rückkehr in die Gruppe der führenden Industrienationen an und habe auch niemanden darum gebeten. Er halte die G-20-Treffen für das vielversprechendste Format für die Zukunft, sagte Lawrow laut der Nachrichtenagentur Interfax.

          Wegen der starken Meinungsverschiedenheiten vor allem zum Handel und zum Klimaschutz zwischen dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump und den übrigen Staats- und Regierungschefs war am Samstag bei den Beratungen zunächst ungewiss, ob das übliche Gipfelkommuniqué zustande kommen würde.

          Von französischer Seite verlautete gegen Mittag (Ortszeit), eine Einigung sei nun doch „sehr wahrscheinlich“. Die Gespräche seien auf einem guten Weg. Voraussichtlich würden im Abschlusskommuniqué eine Ausnahmeposition der Vereinigten Staaten in der Klimapolitik und die Forderung nach einer Modernisierung der Welthandelsorganisation (WTO) erwähnt.

          Bundeskanzlerin Merkel sprach von einer „sehr offenen Diskussionskultur“ bei den Beratungen. Sie wollte aber auf keinen Fall hinter frühere Gipfelerklärungen zurückfallen. Dann lieber keine Erklärung, lautete ihre Devise.

          Trump wiederum zeigte sich trotz der Streitpunkte zuversichtlich, dass ein Abschlussstatement zustande kommen würde. Er sprach von „großen Fortschritten“ in den Gipfelberatungen. Auch der französische Staatspräsident Macron sagte: „Die Dinge bewegen sich.“ Er habe die „Bereitschaft auf allen Seiten gesehen, Übereinkünfte zu finden“. Nach einem Bericht der „New York Times“ verwahrte sich die amerikanische Seite allerdings sogar dagegen, die Standardformulierung „regelbasierte internationale Ordnung“ in ein Abschlussdokument aufzunehmen.

          Trump hat insbesondere mit seinen Strafzöllen auf Stahl und Aluminium einen G-7-Konsens erheblich erschwert. Hinzu kommt sein Rückzug aus dem Pariser Klimaschutzabkommen sowie dem Atomabkommen mit Iran.

          Kämpferische Stimmung am runden Tisch der G 7. Bilderstrecke

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