https://www.faz.net/-gpf-6usxm

Fukushima : Anzeichen neuer Kernschmelze

  • -Aktualisiert am

Neue radioaktive Katastrophe? Arbeiter in Tokio am 1. November Bild: Reuters

In Reaktor 2 des japanischen AKW gebe es Anzeichen von erneuter Kernspaltung, gab der Betreiber der Atomruine, Tepco, am Mittwoch bekannt.

          Im Reaktor 2 des beschädigten Kernkraftwerks Fukushima Daiichi könnte es vor kurzem zu unkontrollierten Kernspaltungsreaktionen gekommen sein. Wie der Kraftwerksbetreiber Tepco am Mittwoch in Tokio mitteilte, wurde in Gas, das am Dienstag aus dem Sicherheitsbehälter des Reaktors entnommen wurde, Xenon 133 und Xenon 135 festgestellt. Die beiden Substanzen entstehen bei atomaren Reaktionen und haben beide eine kurze Halbwertzeit.

          Man könne die Wahrscheinlichkeit einer kleinen Kernspaltung nicht ausschließen, sagte ein Tepco-Sprecher. Es bestehe keine neue Gefahr, Temperatur und der Druck im Reaktor hätten sich kaum geändert. Auch sei an den Messposten des Kernkraftwerks keine erhöhte radioaktive Strahlung gemessen worden. Nach der Entdeckung des Xenon hat Tepco Borsäure-Lösung mit dem Kühlwasser in den Reaktor eingeleitet, um eine Kettenreaktion aufzuhalten.

          Die japanische Atomaufsichtsbehörde Nisa glaubt nicht, dass die Gefahr einer abermaligen Kernschmelze besteht. Die Dichte des Xenon sei niedrig und die Temperatur im Reaktor unverändert. Man will jetzt aber überprüfen, ob nach der Einleitung von Bor noch weiter Xenon nachgewiesen wird. Nisa-Sprecher Moriyama sagte, es sei schwierig festzustellen, wie viel nuklearer Brennstoff noch im Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 sei.

          Nisa wollte sich auch noch nicht dazu äußern, ob die vermutete Kernspaltung den Zeitplan von Tepco zur Kontrolle des Kernkraftwerkes verzögern wird. Nach dem Zeitplan soll bis zum Jahresende eine „kalte Abschaltung“ des havarierten Kernkraftwerks erreicht sein. Wissenschaftler wie Koji Okamoto von der Tokio-Universität sagen, dass man nicht von einer „kalten Abschaltung“ sprechen könne, wenn es noch Kernspaltungen gebe.

          Bei dem Atomunfall nach dem Erdbeben und Tsunami vom 11. März war es in drei Reaktoren von Fukuhsima Daiichi zu Kernschmelzen gekommen. 80.000 Menschen mussten aus dem Umkreis des Kernkraftwerks evakuiert werden. Derzeit besteht wegen Verstrahlung noch eine Sperrzone von 20 km um das Kernkraftwerk.

          Weitere Themen

          Die deutsche Marine ist auf Grund gelaufen

          Nato verliert Vertrauen : Die deutsche Marine ist auf Grund gelaufen

          Vier neue Fregatten sollte die Bundeswehr bekommen. Das wurde vor zwölf Jahren beschlossen – bis heute hat sie keine davon. Doch das ist nicht das einzige Problem. Die Nato-Verbündeten stöhnen schon. Eine Analyse zur deutschen Marine.

          Topmeldungen

          Die Fregatte „Augsburg“ der deutschen Marine wird sich 2019 nicht mehr an der Operation „Sophia“ im Mittelmeer beteiligen. Der Marine fehlt es an Schiffen.

          Nato verliert Vertrauen : Die deutsche Marine ist auf Grund gelaufen

          Vier neue Fregatten sollte die Bundeswehr bekommen. Das wurde vor zwölf Jahren beschlossen – bis heute hat sie keine davon. Doch das ist nicht das einzige Problem. Die Nato-Verbündeten stöhnen schon. Eine Analyse zur deutschen Marine.

          Wissenschaftlich abgedriftet : Was treibt die Lungenärzte an?

          Ärzte als Aktivisten, warum nicht? Aber eine Unterschriftenliste gegen die Gesundheitsvorsorge, die noch dazu das Vertrauen in die Forschung untergraben soll – das wirft Fragen nach der Wissenschaftlichkeit des Vorstoßes auf.

          Machtkampf in Venezuela : „Mein Bruder Maduro! Bleibe standhaft“

          Der venezolanische Parlamentspräsident Juan Guaidó hat sich selbst zum Interimspräsidenten erklärt – und wurde prompt von Donald Trump anerkannt. Auch Emmanuel Macron stellt sich hinter ihn. Doch auch Nicolás Maduro hat Unterstützer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.