https://www.faz.net/-gpf-803lz

Party für Zimbabwes Diktator : Elefantenfleisch für Robert Mugabe

  • Aktualisiert am

Zimbabwes Präsident Robert Mugabe regiert sein Land seit 1980 mit harter Hand. Bild: dpa

Robert Mugabe, seit Jahrzehnten Diktator von Zimbabwe, feiert seinen 91. Geburtstag. Zu diesem Ehrentag gibt es für den Jubilar ganz besondere Delikatessen.

          Zimbabwes Präsident Robert Mugabe zieht neuen Ärger auf sich, weil zur Feier seines 91. Geburtstags Elefantenfleisch serviert werden soll. Oppositionspolitiker und Umweltschützer kritisierten die Pläne als unethisch und obszön, weil die Tiere im südlichen Afrika durch Wilderer bedroht sind und die Mehrheit der Bevölkerung in Armut lebt, wie die südafrikanische Zeitung „Mail & Guardian“ berichtete. Mugabe wird am Samstag 91 Jahre alt. Am Abend soll es eine Gala zu Ehren Mugabes geben. Die große Feier wird aber erst eine Woche später in einem luxuriösen Ferien-Ressort bei den Victoria-Fällen stattfinden.

          Mugabe ist der älteste Präsident Afrikas und seit 1980 an der Macht. Der gefeierte Held des Unabhängigkeitskrieges und einstige Versöhner steht seit langem wegen Menschenrechtsverletzungen am Pranger. Zu seiner Geburtstagsfeier werden dem Zeitungsbericht zufolge 20.000 Gäste erwartet. Für das Gala-Dinner sollen unter anderem zwei Elefanten, zwei Büffel, fünf Antilopen und ein Löwe geschlachtet werden.

          Die Regierungspartei Zanu-PF hat dafür offenbar eine Million Dollar von Spendern und Sponsoren gesammelt. Die größte Oppositionspartei, die Bewegung für Demokratischen Wandel, forderte, die Präsidenten-Party abzusagen. Stattdessen solle die Regierung das Geld in das marode Gesundheitssystem stecken und die Lebensmittel an ein Waisenhaus spenden, heißt es in einer Mitteilung.

          Mugabes Regierung steht bereits seit Wochen in der Kritik, weil 27 lebende Elefanten nach China verkauft werden sollen. Der Handel mit Elefanten ist nicht verboten, wird aber wegen der steigenden Bedrohung der Tiere durch Wilderer kritisch gesehen. Mit dem Verkauf will Zimbabwe offenbar dringend benötigte Einnahmen erzielen. Das Land ist laut Internationalem Währungsfonds mit rund zehn Milliarden Dollar verschuldet. Nach Angaben der Weltbank leben 72 Prozent der 14 Millionen Einwohner unter der Armutsgrenze.

          Weitere Themen

          Die Rückkehr der Stammesmentalität

          FAZ Plus Artikel: Populisten auf dem Vormarsch : Die Rückkehr der Stammesmentalität

          Der Aufstieg populistischer Parteien ist eine Reaktion auf ein breites Spektrum rascher kultureller Veränderungen, die die Grundwerte und Sitten der westlichen Gesellschaften aushöhlen. Dabei ist die Identitätspolitik das entscheidende Element ihrer Renaissance. Ein Gastbeitrag.

          Kurz will FPÖ-Innenminister Kickl loswerden

          Skandal um Ibiza-Video : Kurz will FPÖ-Innenminister Kickl loswerden

          Das Ende der Koalition von ÖVP und FPÖ in Österreich reißt tiefe Gräben zwischen den Parteien auf. Kanzler Kurz verurteilt die „offenen Angebote der Korruption“ Straches und rechnet mit strafrechtlichen Konsequenzen. Nun soll auch Innenminister Kickl gehen.

          Topmeldungen

          Skandal um Ibiza-Video : Kurz will FPÖ-Innenminister Kickl loswerden

          Das Ende der Koalition von ÖVP und FPÖ in Österreich reißt tiefe Gräben zwischen den Parteien auf. Kanzler Kurz verurteilt die „offenen Angebote der Korruption“ Straches und rechnet mit strafrechtlichen Konsequenzen. Nun soll auch Innenminister Kickl gehen.

          Bei Twitter : Trump droht Iran

          „Wenn der Iran kämpfen will, wird dies das offizielle Ende des Iran sein“, twitterte Trump am Sonntag. Nur wenige Stunden vor dem Tweet war im Regierungs- und Diplomatenviertel der irakischen Hauptstadt Bagdad eine Rakete eingeschlagen.
          Unser Sprinter-Autor: Timo Steppat

          FAZ.NET-Sprinter : Wer hat die Falle gestellt?

          Das eine politische Beben hat Österreich schon erreicht, nun könnte ein nächstes folgen, wenn herauskommt, wer den FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in die Falle lockte. Was sonst noch wichtig wird, steht im FAZ.NET-Sprinter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.