https://www.faz.net/-gpf-756ni

Früherer Verteidigungsminister : SPD-Politiker Peter Struck ist tot

  • Aktualisiert am

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) würdigte Struck als „überzeugten Streiter für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“.Tod löste  Sie sagte laut Mitteilung: „Alle, die ihn kannten, verlieren jemanden, der sich seine Geradlinigkeit ebenso bewahrt hatte wie seine tiefe Liebe zu den Menschen. Wir haben heute einen aufrechten und charakterfesten politischen Weggefährten verloren (...).“

Schröder: Struck war ein großer Sozialdemokrat

Auch der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) würdigte Struck als „großen Sozialdemokraten“. Die SPD habe immer auf ihn bauen können, teilte er am Mittwoch mit. Er hatte Struck 2002 das Amt des Verteidigungsministers übertragen. „Als Bundeskanzler habe ich eng und vertrauensvoll mit ihm zusammengearbeitet. Seine persönliche Integrität und Loyalität haben mich tief beeindruckt.“ Struck sei ein Freund der Soldaten und zuvor als Vorsitzender der SPD-Fraktion eine tragende Säule für den Erfolg der rot-grünen Koalition gewesen. „Auf sein Wort war immer Verlass. Er war ein geradliniger, verlässlicher und lebensfroher Niedersachse“, erklärte Schröder.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) sagte, mit Struck verliere Deutschland einen aufrechten und authentischen Charakter, der wie kaum ein anderer die Verteidigungspolitik des Landes verkörpert habe. Der SPD-Politiker habe die Soldaten gemocht „und sie ihn“. De Maizière fügte hinzu: „Die Gedanken der ganzen Bundeswehr und meine eigenen sind in dieser schweren Stunde bei den Angehörigen.“

Der  Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder, sagte, Strucks Tod habe ihn „tief getroffen“. „Peter Struck ist in der Zeit der großen Koalition zu einem  verlässlichen Freund und Wegbegleiter geworden. Er hat sich um unser  Land als aufrechter Demokrat verdient gemacht. Er hat Deutschland in  verschiedenen Funktionen gedient. Als Verteidigungsminister hat er die Bundeswehr in schwierigen Zeiten sicher geführt. Im Namen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion drücken wir seiner Frau  und seiner Familie unser tiefempfundenes Beileid aus. Wir trauern mit ihnen um Peter Struck.“

Rösler: „Prägender Kopf der Politik“

Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler würdigte Struck als „einen prägenden Kopf der Politik unserer Republik“. Die Liberalen hätten Struck stets als einen geradlinigen Menschen zu schätzen gewusst, „als einen vertrauenswürdigen Politiker, der seine Sicht der Dinge offen vortrug und das Wohl der Bürger im Auge hatte“, erklärte der Bundeswirtschaftsminister. „Wir haben mit ihm manchen Strauß ausgefochten, aber auch viele Gemeinsamkeiten geteilt, wenn es darum ging, beharrlich beste Lösungen für die Sicherheit des Landes zu suchen.“

Bundestagspräsident Norbert Lammert sagte: „Er hat sich durch
seine Geradlinigkeit und Verlässlichkeit Respekt und Wertschätzung
weit über die eigene Partei hinaus erworben.“ Linke-Fraktionschef
Gregor Gysi würdigte Strucks Stil als etwas, das heute in der Politik
zunehmend fehle. „Er war fleißig, engagiert und verlor nie das Gefühl
für die Situation der Bevölkerung, für Menschen in Armut.“ Er habe
sich freundschaftlich, kollegial und solidarisch verhalten. Dies sei
inzwischen eher eine Rarität in der Politik, sagte Gysi.






Auch die Grünen-Fraktionschefs Jürgen Trittin und Renate Künast würdigten den Verstorbenen: „Sein Spruch, dass kein Gesetz den Bundestag so verlasse wie es hineingekommen sei, wurde als „Strucksches Gesetz“ zum geflügelten Wort.“ Er habe entscheidend zum Zustandekommen und Erfolg der rot-grünen Regierungskoalition beigetragen.

Weitere Themen

Grüne fordern nationalen Klimafonds

Klimapolitik : Grüne fordern nationalen Klimafonds

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt will Klimaschutzprojekte künftig über einen Staatsfonds finanzieren. Dieser soll offenbar einen dreistelligen Milliardenbetrag ausgeben.

Im Smarthome auf Verbrecherjagd? Video-Seite öffnen

Innenministerkonferenz : Im Smarthome auf Verbrecherjagd?

Der Nutzung von Alexa oder Siri zur Überwachung Verdächtiger hat die Innenministerkonferenz in Kiel eine Absage erteilt. Andere Themen der Konferenz waren unter anderem die Bekämpfung der Clan-Kriminalität und des Kindesmissbrauchs.

Habeck hängt Kramp-Karrenbauer ab

Kanzlerfrage : Habeck hängt Kramp-Karrenbauer ab

Der Grünen-Chef würde bei einer Direktwahl des Bundeskanzlers laut einer Umfrage doppelt so viele Stimmen erhalten wie seine Amtskollegin bei der CDU. Mit Friedrich Merz als Kandidat sähe die Lage anders aus.

Topmeldungen

Grünen-Chef Robert Habeck

Kanzlerfrage : Habeck hängt Kramp-Karrenbauer ab

Der Grünen-Chef würde bei einer Direktwahl des Bundeskanzlers laut einer Umfrage doppelt so viele Stimmen erhalten wie seine Amtskollegin bei der CDU. Mit Friedrich Merz als Kandidat sähe die Lage anders aus.
Indiens Regierungschef Narendra Modi und der amerikanische Präsident Donald Trump

Handelsstreit mit Amerika : Indien erhebt Vergeltungszölle

In Asien bekommt Donald Trump einen weiteren Gegner im Handelskonflikt. Erst strich der amerikanische Präsident Indien Sondervergünstigungen. Nun wehrt sich die Regierung in Neu Delhi.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.