https://www.faz.net/-gpf-9te1j

Früherer SS-Wachmann : „Habe niemandem Leid angetan“

Der wegen Beihilfe zum Mord in 5230 Fällen angeklagte ehemalige SS-Wachmann wird in einer Verhandlungspause des Prozesses aus dem Gerichtssaal gebracht. Bild: dpa

Der frühere SS-Wachmann Bruno D. hat im Prozess in Hamburg ausgesagt, dass er nicht freiwillig im Konzentrationslager Stutthof gearbeitet habe. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Beihilfe zum Mord in mindestens 5230 Fällen vor.

          1 Min.

          Im Hamburger Prozess gegen den früheren SS-Wachmann Bruno D. hat der Angeklagte am Freitag bekräftigt, dass er sich keiner Schuld bewusst sei. Bei seiner zweiten ausführlichen Befragung sagte er mit Blick auf seine Tätigkeit im Konzentrationslager Stutthof: „Ich habe niemandem Leid angetan.“ Er sei nicht freiwillig da gewesen, er habe Befehle bekommen, seinen Posten auf dem Turm, und er habe Ausschau halten müssen.

          Matthias Wyssuwa

          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Er sagte: „Warum sollte ich daran Schuld haben, wo liegt meine Schuld an dem, was dort passiert ist?“ Das frage er sich immer wieder. „Was hätte ich tun sollen, was hätte ich noch tun können?“ D. war von Mitte 1944 bis Frühjahr 1945 Wachmann der SS im Lager Stutthof nahe Danzig. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Beihilfe zum Mord in mindestens 5230 Fällen vor. Er soll „die heimtückische und grausame Tötung insbesondere jüdischer Häftlinge“ im Lager durch seine Tätigkeit als Wachmann unterstützt haben.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. + F.A.S. – Adventsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          SPD-Parteitag beginnt : Was ist links?

          Das neue Führungsduo Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken wird die SPD weiter ins Abseits treiben – und die reine linke Lehre die Sozialdemokratie nicht retten. Eine Analyse.