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Franziskus in Bethlehem : Überraschende Einladung nach Rom

Franziskus am Sonntag in einem Flüchtlingslager nahe Bethlehem Bild: AP

Papst Franziskus hat Palästinenserpräsident Abbas und den israelischen Präsidenten Schimon Peres in den Vatikan eingeladen, um dort gemeinsam um Frieden zu beten. Abbas hat schon zugesagt; auch Israel signalisiert Zustimmung.

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          Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hat eine Einladung von Papst Franziskus angenommen, in Rom gemeinsam mit dem israelischen Präsidenten Schimon Peres um Frieden zu beten. Der Papst hatte am Sonntag während seines Besuches in der Geburtsstadt Jesu beide Politiker zu dem gemeinsamen Friedensgebet aufgefordert. „Frieden zu schaffen, ist schwierig, aber ohne Frieden zu leben, ist eine Qual“, mahnte Franziskus am Ende einer Messe auf dem Krippenplatz in Bethlehem.

          Bethlehem: Der Papst in der Geburtskirche
          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Von Peres, den der Papst am Nachmittag nach seiner Landung in Tel Aviv kurz traf, steht eine Antwort noch aus. Doch sein Sprecher deutete schon Zustimmung an. Peres unterstütze alle Bemühungen, die dem Frieden förderlich seien, sagte er.

          Überraschende Einladung

          Franziskus hatte überraschend am Ende einer Messe in Bethlehem gesagt, er lade Präsident Abbas und den israelischen Staatschef Schimon Peres ein, gemeinsam mit ihm „ein intensives Gebet zu erheben, um von Gott das Geschenk des Friedens zu erflehen“. Für das Treffen biete er sein „Haus im Vatikan“ an. Die Zeit für die Initiative des Papstes wird jedoch knapp, denn Peres‘ Amtszeit endet im Juli. Franziskus wird den israelischen Staatspräsidenten an diesem Montag in seiner Jerusalemer Residenz aufsuchen. Der Papst und der Präsident verstehen sich angeblich gut, wie aus der Umgebung des Kirchenoberhauptes zu hören ist.

          Abseits des Protokolls: Spontan hielt Papst Franziskus in Bethlehem an jener Mauer, die die Geburtsstadt Jesu teilt, um dort zu beten. Bilderstrecke

          Franziskus hatte seine am Samstag begonnene Nahostreise mehrfach dazu genutzt, die Konfliktparteien aufzufordern, endlich Frieden zu schließen. Frieden könne man nicht einfach kaufen, sagte der Papst am Samstag während einer Messe in der jordanischen Hauptstadt Amman. Er sei „ein Geschenk, das man geduldig suchen und von Hand aufbauen“ müsse. Dies erfordere Zeichen der Brüderlichkeit, der Vergebung und Versöhnung. Christen müssten „Boten und Zeugen des Friedens“ sein. „Der Weg des Dialogs, der Versöhnung und des Friedens muss ständig neu begangen werden, mutig und unermüdlich“, sagte Franziskus am Sonntag nach seiner Landung in Tel Aviv.  Die vom Vatikan unterstützte Zwei-Staaten-Lösung müsse Realität werden und dürfe nicht nur ein Traum bleiben.

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