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Frankreich : Nationalversammlung soll Embryonenforschung zulassen

  • Aktualisiert am

Menschlicher Embryo im Frühstadium Bild: dpa

Frankreichs Ministerpräsident Jospin will die Forschung an Embryos zulassen. Von heute an debattiert das Parlament ein neues Gesetz.

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          Während sich der Bundestag auf die Debatte über den Import embryonaler Stammzellen nach Deutschland Ende Januar vorbereitet, berät das französische Parlament von diesem Dienstag an zum ersten Mal ein neues Gesetz zum Umgang mit so genannten überzähligen Embryos.

          Ministerpräsident Lionel Jospin will solche Embryos der Forschung zur Verfügung stellen. Französische Wissenschaftler wollen aus den während der künstlichen Befruchtung entstandenen Embryos Stammzellen gewinnen. Sie hoffen, mit Hilfe solcher Zellen Therapien gegen diverse Krankheiten, vor allem gegen die Parkinson-Krankheit entwickeln zu können.

          Therapeutisches Klonen soll verboten bleiben

          Die Zahl der Embryos, für die es keinen elterlichen Kinderwunsch mehr gibt und die in französischen Tiefkühltruhen lagern, wird auf rund 50.000 geschätzt. Entsprechende Forschungsanträge sollen in Zukunft von einer noch zu gründenden Kontroll- und Überwachungsagentur geprüft werden. Strikt verboten bleiben sollen das Klonen von Menschen wie auch das therapeutische Klonen. Auch die Produktion von Embryos zu Forschungszwecken soll untersagt bleiben.

          Für die Erlaubnis zur Forschung an überzähligen Embryos zeichnet sich eine breite Mehrheit in der Nationalversammlung ab. Einige Abgeordnete sprachen sich vor der Debatte zudem für die Zulassung des therapeutischen Klonens entsprechend der britischen Regelung aus. Ursprünglich war solches auch im Regierungsentwurf zu dem neuen Gesetz vorgesehen. Jospin zog diesen Teil seines Vorschlags jedoch zurück, weil darüber „kein ausreichender gesellschaftlicher Konsens“ bestehe. Mit dem Gesetz soll das französische Embryonenschutzgesetz von 1994 reformiert werden. Mit einer endgültigen Verabschiedung des Gesetzes wird nicht mehr vor den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im April gerechnet.

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