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Im Exil in Frankreich : Mordanschlag auf aserbaidschanischen Journalisten

  • Aktualisiert am

Nach dem Attentat auf das aserbaidschanische Ehepaar Namazov: Französische Ermittler bei der Spurensicherung am Tatort in Colomiers. Bild: AFP

Seit 2010 lebte das Ehepaar im Exil in Frankreich. Nun wurde der aserbaidschanische Journalist Rahim Namazov bei einem Attentat durch Schüsse schwer verletzt. Seine Frau überlebte den Anschlag nicht.

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          Ein Journalist aus Aserbaidschan ist am Freitag bei einem Mordanschlag in Südfrankreich schwer verletzt worden, seine Frau wurde getötet. Die Täter hätten sieben Schüsse auf das Ehepaar Rahim und Aida Namazov abgegeben, das im Auto in der Kleinstadt Colomiers bei Toulouse unterwegs war, wie die Polizei mitteilte.

          Die beiden aserbaidschanischen Regierungskritiker lebten seit 2010 im französischen Exil. Die Behörden hielten einen politischen Hintergrund für möglich.

          Namazow wurde nach Polizeiangaben am Rücken getroffen. Er schwebte in Lebensgefahr. Seine Frau, mit der Namazov nach Behördenangaben drei Kinder hat, überlebte das Attentat nicht.

          Die Bürgermeisterin von Colomiers, Karine Traval-Michelet, sagte, sie schließe einen politischen Hintergrund der Tat nicht aus. Möglicherweise habe es sich um eine „politische Vergeltungsmaßnahme“ gehandelt. Namazov sei als Journalist in Aserbaidschan „gefoltert und inhaftiert“ worden. Frankreich habe ihn als politischen Flüchtling anerkannt. Sie forderte die Polizei auf, den „dramatischen“ Fall vollständig aufzuklären.

          Nach Angaben der Journalistenvereinigung von Toulouse hatte Namazov in Aserbaidschan im Gefängnis gesessen. Er habe zudem Morddrohungen erhalten und sei schließlich ausgewiesen worden.

          Die ehemalige Sowjetrepublik Aserbaidschan wird seit Jahrzehnten von der Alijew-Familie beherrscht. Der autoritär regierende Ilham Alijew rückte 2003 nach dem Tod seines Vaters Heidar Alijew an die Staatsspitze und wurde 2008 und 2013 wiedergewählt.

          Die Opposition sprach jedes Mal von Wahlbetrug. Die Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen führt das Land in ihrer Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 162 von 170.

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