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Proben aus Khan Sheikoun : Paris macht Assad für Giftgasangriff verantwortlich

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Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault spricht am Mittwoch vor Journalisten in Paris über seine Erkenntnisse zum syrischen Giftgasangriff. Bild: AFP

Der Chemiewaffeneinsatz in Khan Sheikoun trägt „die Signatur des Regimes“, ist sich Frankreichs Außenminister sicher. Als Beleg führt Jean-Marc Ayrault Proben im Besitz des eigenen Geheimdienstes an.

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          Frankreich hat nach eigenen Angaben Beweise dafür, dass die der syrischen Regierung für den Giftgasangriff in Khan Sheikoun verantwortlich ist, bei dem am 4. April rund 80 Menschen getötet wurden. Proben vom Angriffsort und von den Opfern hätten nachgewiesen, dass das Nervengas Sarin eingesetzt worden sei, sagte Außenminister Jean-Marc Ayrault am Mittwoch in Paris. „Wir wissen aus sicherer Quelle, dass das Herstellungsverfahren des Sarins (...) typisch für die Methode ist, die in den syrischen Labors entwickelt wurde.“ Die Methode trage „die Signatur des Regimes“, so Ayrault weiter, „und das erlaubt es uns, seine Verantwortung für diese Attacke festzustellen“. Laut Angaben der Nachrichtenagentur AFP stammen die Proben vom französischen Geheimdienst.

          Bereits kurz nach dem Angriff hatten die Vereinigten Staaten die syrische Regierung für die Tat verantwortlich gemacht. Amerikanische Marschflugkörper schlugen als Vergeltungsmaßnahme auf der Luftwaffenbasis Sheirat ein und zerstörten nach Angaben des Pentagon Kampfflugzeuge, mit denen Giftgas eingesetzt werden könne. Es war der erste direkte Angriff der Vereinigten Staaten auf Streitkräfte des Landes. Zudem verhängten die Vereinigten Staaten Sanktionen gegen ranghohe Vertreter des Regimes.

          Sowohl die syrische Regierung als auch ihr Alliierter Russland bestreiten nach wie vor, dass das Assad-Regime für die Tat verantwortlich sei. Eine Untersuchung mit internationalen Waffeninspektoren im Auftrag der Vereinten Nationen scheiterte am Veto Russlands im UN-Sicherheitsrat. China enthielt sich der Stimme.

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