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Frankreich : Linke erobert Paris, aber landesweit Verluste

  • Aktualisiert am

Historischer Sieg für die Sozialisten (Delanoe) Bild: dpa

In Frankreich haben die von den Sozialisten angeführten Linken bei der Kommunalwahl einen historischen Sieg in Paris erzielt, aber landesweit zahlreiche Schlappen einstecken müssen.

          Nach 25-jähriger Herrschaft der Konservativen sind am Sonntag die französischen Sozialisten ins Pariser Rathaus eingezogen. Der Auszählung der Stimmen in den 20 Arrondissements zufolge gewann die Linke bei der zweiten Runde der Kommunalwahl die Mehrheit im Stadtrat, der am kommenden Sonntag den Bürgermeister wählt.

          Ihr Kandidat Bertrand Delanoe sprach von einer „Wahl für tief greifende Veränderungen“. Trotz des Triumphs in der Hauptstadt und in Lyon, einer weiteren bürgerlichen Hochburg, fiel die Wahlbilanz der rot-grünen Regierung ein Jahr vor der
          Präsidentenwahl aber durchwachsen aus.

          Zwei Kabinettsmitglieder des Linksbündnisses um Premierminister Lionel Jospin, Bildungsminister Jack Lang und Arbeitsministerin Elisabeth Guigou, scheiterten in Blois und Avignon, auch Rouen und Straßburg gingen verloren. Staatspräsident Jacques Chirac und seine Verbündeten konnten sich ferner über einen Sieg im umkämpften Toulouse freuen. Guigous Vorgängerin als Arbeitsministerin, Martine
          Aubry, gewann für die Sozialisten in Lille.

          „Frankreich hat Nein gesagt zur Linken“

          „Schwere Verluste für die Linke“ titelte die kommunistische Zeitung „L'Humanite“ am Montag und bezeichnete den Wahlausgang als scharfe Warnung für die Regierung. Der Chirac-Vertraute und RPR-Politiker Francois Fillon sagte: „Ich glaube, das Ergebnis der zweiten Wahlrunde hat bestätigt, dass wir eine Mehrheit in Frankreich haben.“ Der Chef der zentristischen UDF, Francois Bayrou, sagte, Minister hätten als symbolische Repräsentanten der Regierung schwere Niederlagen erlitten. „Frankreich hat 'Nein' gesagt zu Jospins Linken", sagte Bayrou.

          „Ich werde Bürgermeister aller Pariser sein“, sagte Delanoe in einer vom Fernsehen übertragenen Rede. „Es ist vor allem andere eine verpflichtende Wahl für die Erneuerung der Kultur und demokratischen Praxis“, sagte der 50-Jährige. Bei einer Siegesfeier vor dem Rathaus riefen begeisterte Anhänger Delanoes: „Paris ist befreit.“ Der neo-gaullistische Kandidat Philippe Seguin räumte seine Niederlage am
          Abend ein und gratulierte Delanoe und der neuen Mehrheit im Stadtrat zum Sieg.

          Dem inoffiziellen Ergebnis der 20 Arrondissements zufolge errangen die Sozialisten 92 der 163 Sitze, die bürgerliche Rechte kam auf 71 Sitze. Zum Sieg reichten 82 Sitze aus.

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