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Vorwurf der Einflussnahme : Gegen Macron-Vertrauten wird ermittelt

  • Aktualisiert am

Richard Ferrand im März in Paris Bild: Reuters

Richard Ferrand, Präsident der französischen Nationalversammlung, steht im Verdacht, ein unlauteres Immobiliengeschäft getätigt zu haben. Laut Medienberichten prüft nun die Staatsanwaltschaft den Fall.

          Die französische Justiz hat laut Medienberichten gegen den Präsidenten der Nationalversammlung, Richard Ferrand, ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der unerlaubten Einflussnahme eröffnet. Das berichteten die Nachrichtenagentur AFP und andere französische Medien am Donnerstag. Ferrand erklärte der AFP, er wolle sein Amt als Präsident der Nationalversammlung – dies ist das Unterhaus des Parlaments – weiterführen.

          Ferrand ist ein Weggefährte des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron und ein Schwergewicht der Regierungsmehrheit. Hintergrund der Justizermittlungen ist ein Immobiliengeschäft aus Ferrands Zeit als Chef der Krankenversicherungsvereine der Region Bretagne. Ferrand hatte die Vorwürfe bereits früher zurückgewiesen.

          Ferrand amtiert seit einem Jahr als Präsident der Nationalversammlung, zuvor war er Fraktionschef der Regierungspartei La République en Marche. Der frühere Sozialist hatte Macron auf seinem Weg an die Macht begleitet und dessen 2016 gegründete Partei mit aufgebaut. Nach Macrons Wahlsieg im Mai 2017 saß Ferrand kurzzeitig als Wohnungsbauminister im Kabinett. Er musste dann aber gehen, nachdem er wegen der Vorwürfe um die Krankenversicherungsvereine ins Visier von Kritikern geraten war.

          Die Einleitung eines Verfahrens bedeutet in Frankreich, dass die Ermittler „schwerwiegende oder übereinstimmende Indizien“ für ein Fehlverhalten sehen. Das Verfahren kann am Ende zu einem Strafprozess führen, falls die Ermittler ausreichend Beweise gegen den Beschuldigten sehen, andernfalls können sie das Verfahren auch wieder einstellen.

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