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Frankreich : Das bisschen Urlaub

Exotische Reiseziele sind nicht drin: Präsident Hollande und Premierminister Ayrault Bild: AFP

Der französische Präsident Hollande hat dem Premierminister und seinem Kabinett lange Urlaubsreisen verboten. Ayrault war darüber so irritiert, dass er Minister zur Auflehnung anstachelte.

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          Der französische Premierminister Jean-Marc Ayrault wollte nach einem anstrengenden Regierungsjahr im August richtig ausspannen. Doch er hatte nicht mit der strikten Arbeitsdisziplin des Präsidenten gerechnet. Mit einem eindeutigen „Non!“ untersagte François Hollande seinem Regierungschef und dem Kabinett langes Faulenzen und exotische Reiseziele.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Die Minister sind angehalten, in Frankreich zu verweilen - und dies nicht mehr als zwei Reisestunden von der Hauptstadt entfernt. Zudem verlangte der Staatschef ständige Erreichbarkeit. Maximal zwei Wochen darf die Regierung im Urlaub verbringen - in der Tourismushochburg Frankreich mit zweieinhalb Monaten Schulferien ist das ein Novum.

          Ayrault war darüber so irritiert, dass er Minister zur Auflehnung anstachelte. Doch seit dem Rauswurf der Umweltministerin Delphine Batho sind die Kabinettsmitglieder vorsichtiger geworden. Es fand sich kein Freiwilliger, Hollande die Urlaubswünsche vorzutragen. So übernahm der Premierminister selbst die Mission. „Wir sind Menschen und wir müssen neue Kräfte sammeln. Die Franzosen können das gut verstehen“, sagte Ayrault der Presse.

          „Ein Minister ist niemals müde“

          Hollande bedankte sich für den Appell mit Ferienhausaufgaben. Seine Minister sollen ihm bei der Rückkehr Vorschläge und Ideen für das „Frankreich im Jahr 2023“ unterbreiten. Der Staatschef will auch darüber nachdenken, wie er sich sein Land in einem Jahrzehnt vorstellt - nur nicht in der Festung Fort Brégançon an der Mittelmeerküste. Das ist eigentlich die Sommerresidenz für französische Präsidenten, doch Hollande fühlt sich dort „genauso eingesperrt wie im Elysée-Palast“, wie er kürzlich sagte. Deshalb verzichtet er lieber ganz auf Urlaubsreisen. Seine Lebensgefährtin Valérie Trierweiler ließ er allein nach Griechenland fliegen.

          Hollande will sich nur ein paar Tage in das Anwesen von La Laterne im Schlosspark von Versailles zurückziehen. „Man kann dableiben und nichts tun oder wegfahren und arbeiten“, sinnierte Hollande. Innenminister Manuel Valls, der gern Premierminister wäre, pflichtete Hollande bei und bekundete, er sei nicht urlaubsreif: „Ein Minister ist niemals müde.“

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