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Frankreich : Bürgerliche behaupten sich bei Kommunalwahlen

  • Aktualisiert am

Bertrand Delanoe. Der neue Bürgermeister von Paris? Bild: dpa

Paris in sozialistischer Hand? Die Stichwahl am kommenden Sonntag wird es zeigen. Der Test für Frankreichs Präsident Chirac ist nicht zu Ende.

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          Nach der ersten Runde der Kommunalwahl in Frankreich am Sonntag haben die linken Parteien gute Chancen auf einen Machtwechsel im Pariser Rathaus, das seit 24 Jahren von rechtsbürgerlichen Parteien beherrscht wird.

          Sozialisten und Grüne erzielten nach vorläufigen Ergebnissen in der Hauptstadt zusammen 43,7 Prozent, während die Rechte mit zwei rivalisierenden Listen zusammen nur 39,7 Prozent erhielt. Die Sozialisten und die Grünen legten am Montagmorgen ihre Listen nach nächtlichen Verhandlungen zusammen, so dass sie unter Führung des sozialistischen Spitzenkandidaten Bertrand Delanoë geeint zur Stichwahl am kommenden Sonntag antreten. Die Lage im rechten Lager ist noch unklar, dort waren mit dem RPR-Politiker Philippe Séguin und dem amtierenden Bürgermeister Jean Tiberi zwei rivalisierende Listen angetreten.

          Erfolg der Sozialisten bleibt aus

          Im Gegensatz zu Paris blieb im übrigen Frankreich der erwartete Erfolg für die Sozialisten aus. Die bürgerliche Rechte erhielt nach der Auszählung von 99,7 Prozent der Stimmen landesweit 48,7 Prozent, die Linke nur rund 45,5. Die Rechtsextremen, darunter die Partei des Extremisten Jean-Marie Le Penn, Front National, mussten erhebliche Stimmeneinbußen hinnehmen und erzielten nur gut drei Prozent. Die Wahlbeteiligung lag mit knapp 62 Prozent deutlich niedriger als bei den letzten Kommunalwahlen 1995.

          Mehrere Minister der Linksregierung von Lionel Jospin, die mit aktiver Wahlkampfhilfe des Premierministers in Hochburgen der Rechtsbürgerlichen angetreten waren, konnten sich nicht durchsetzen. Arbeitsministerin Elisabeth Guigou scheiterte in Avignon, Verkehrsminister Jean-Claude Gayssot in Béziers und die grüne Umweltministerin Dominique Voynet in Dôle. In vielen Fällen, so in Toulouse und Lyon, wo beide Lager Kopf-an-Kopf liegen, fällt die Entscheidung erst in einer Stichwahl am kommenden Sonntag.

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