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Schweigen ist Gold: Das hätte böse ins Auge gehen können! Bild: Wilhelm Busch

Fraktur : Das gefährliche Gerede der Grünen

Wie hindern wir Baerbock daran, einen Krieg mit Moskau herbeizureden? Mit einem Aufpasser von der SPD. Es müsste ja nicht gleich ein Appeaser wie Kühnert sein.

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          Weiß eigentlich jemand, was aus dem Verein für deutliche Aussprache geworden ist? Der letzte uns bekannte und sich zu diesem Ehrenamt bekennende Vorsitzende war Franz Josef Strauß. Dessen Stimme wies die Richtung, als man noch zwischen Freiheit und Sozialismus wählen musste, der Russe vor der Tür stand und die SPD die fünfte Kolonne Moskaus in Deutschland war. Müssen wir noch mehr Parallelen aufzählen, um zu unterstreichen, wie sehr die Republik auch heute einen derart scharfzüngigen Redner brauchen würde?

          Strauß hätte schon den Genderschluckauf verhöhnt

          Berthold Kohler
          Herausgeber.

          Strauß hätte nicht nur den Genderschluckauf verhöhnt, sondern auch die schönfärberische Umbenennung von Weißrussland in Belarus nicht mitgemacht. Sprecher in Funk und Fernsehen betonen den Namen ja so, als sei von Bella Italia die Rede. Und schon gar nicht hätte Strauß es einem politischen Pygmäen wie Kevin Kühnert durchgehen lassen, den Grünen Kriegstreiberei vorzuwerfen. Das hätte der Übervorsitzende der CSU natürlich sich selbst vorbehalten.

          Wo kommen wir denn auch hin, wenn die Partner einer Koalition des Fortschritts und des Aufbruchs schon in den Flitterwochen die Opposition arbeitslos machen und selbst gegeneinander stänkern? Genau das hatte der SPD-Generalsekretär getan, als er davor warnte, dass internationale Konflikte nicht „herbeigeredet werden“ sollten, um unliebsame Projekte wie Nord Stream 2 zu beerdigen. Damit konnte Kühnert nur die Grünen gemeint haben, denn allein die wenden sich in Berlin vehement gegen dieses Projekt. CDU und CSU sind auch in der Außenpolitik zu solchen Leisetretern geworden, dass der prominente Münchner im Himmel nur den Kopf über seine unfähigen Nachfolger auf Erden schütteln kann.

          Kühnerts Vorwurf ist so schwerwiegend, dass hienieden ein Untersuchungsausschuss prüfen sollte, ob gefährliches Gerede der Grünen oder anderer deutscher Pazifisten auch schon schuld daran war, dass Russland in der Ukraine, in Georgien, Syrien und zuletzt Kasachstan einmarschieren musste, um sein Recht auf territoriale Integrität zu wahren.

          Maßgebend ist ja, wie es jetzt wieder oft heißt, nicht, was wir denken und vorhaben, sondern was Moskau darüber denkt. Und wir haben schon lange den Verdacht, dass unsere „soft power“ oder das, was Bundeskanzler Scholz jetzt „demokratische Leadership“ nannte, gerade für Demokraten mit deutlichen Einschlüssen eine unerträgliche Provokation sein könnte, die nur auf dem Feld der Ehre wieder aus der Welt zu schaffen ist.

          Lambrechts Säbelrasseln hätte böse ins Auge gehen können

          Wir müssen also ganz schnell deeskalieren, schon sprachlich. Dass unsere Verteidigungsministerin ankündigte, „Putin und sein Umfeld ins Visier (zu) nehmen“, hätte böse ins Auge gehen können. Da merkt man, dass Lambrecht noch nicht viel mit dem Militär zu tun hatte. Die Falken in Moskau denken bei solchen Worten doch sofort an einen Enthauptungsschlag mit einer Hyperschallwaffe. Zu einem Atomkrieg hat Lambrechts fortgesetztes Säbelrasseln, das Kühnert von einer Ohnmacht in die nächste fallen lassen müsste, vermutlich nur deshalb nicht geführt, weil der russische Geheimdienst genau weiß, dass wir Deutsche dem Zweiprozentziel beim Verteidigungsetat nicht durch die Anschaffung von Raketen näher kommen wollen, sondern durch die originalgetreue Restaurierung von Segelschiffen.

          Unsere Sozialdemokraten sollten wirklich nicht so leichtsinnig daherplappern, sondern öfter das Sprichwort beherzigen: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Wollen wir unserem Kanzler also wirklich vorwerfen, dass er so wenig sagt und das auch noch so leise? Als die SPD bei Scholz Führung bestellte, hat sie wohl das Häkchen beim Ton vergessen, vermutlich mit Absicht. Über Lautsprecher, die sich gerne reden hören, verfügt die Partei schon reichlich.

          Jetzt sind freilich nicht Sprüche gefragt, sondern Taten! Es gilt zu verhindern, dass unsere grüne Außenministerin einen Krieg herbeiredet, wenn sie am Dienstag nach Moskau fliegt und ihrem hartgesottenen Kollegen Lawrow die Meinung geigt. Vielleicht sollte die SPD einen Aufpasser mitschicken. Es müsste ja nicht unbedingt so ein lupenreiner Appeaser sein wie Kühnert, für den Strauß noch einen weiteren Titel gehabt hätte: Riesenstaatsmann.

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